Expert_innen fordern Zivilgesellschaft bei Transformationsforschung stärker einzubeziehen
Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung war Gegenstand eines öffentlichen Fachgesprächs am 27. Juni 2012 beim Ausschuss für Bildung und Forschung im Deutschen Bundestag. Zu den fünf Sachverständigen gehörten Prof. Dr. Arnim von Gleich, Dr. Jürgen Hampel, PD Dr. Mark Lawrence, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Dr. Steffi Ober und Prof. Dr. Uwe Schneidewind. Die Expert(inn)en plädierten für eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Transformationsforschung und ihre Stärkung im Wissenschaftsbetrieb. Eine Zusammenfassung und die Stellungnahmen der einzelnen Expert_innen sind auf der Homepage des Bundestags zu finden.
Den Bundestagsbericht über die Anhörung finden sie hier.
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"Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung" im Forschungsausschuss des Bundestags
@ 2012-06-29 – 11:05:53
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Forschung und Innovation für den Erhalt von Biodiversität und gegen den Hunger
@ 2012-06-24 – 23:31:52

Olaf Tschimpke
Präsident des NABU
Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen
Dr. Steffi Ober
NABU
Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffenZuerst erschienen im Gegenblende.
Wie können wir in Zukunft 9,5 Milliarden Menschen ernähren, Hunger und Armut verringern, die ländlichen Räume lebenswert halten, Biodiversität und Gesundheit stabilisieren und all dies sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig?
Die wesentlichen Einflussfaktoren sind heterogen und komplex, ich werde sie im Folgenden schlagwortartig beleuchten: Wie groß ist die verfügbare Anbaufläche für Nutzpflanzen? Können wir degradierte Flächen, die heute nicht in der Produktion sind, wieder urbar machen? Wie schaffen wir es, neben den Nahrungspflanzen noch Biomasse für Energie und nachwachsende Rohstoffe anzubauen? Wie erhalten wir die völlig unberührte Natur, die Hotspots der Biodiversität, aus denen nichts entnommen und nichts von Menschenhand verändert werden sollte? Dieser Gedanke scheint sich ganz den modernen Anforderungen nach Effizienz und Gewinn zu verweigern. Und doch muss es auch diese Oasen der ungestörten Entwicklung geben, um dem rasanten Verlust der Biodiversität zu begegnen. Wie schwierig es ist, die widerstrebenden Interessen dahinter in Einklang zu bringen, zeigen alle Verhandlungen zur Biodiversität in den letzten Jahrzehnten. Unsere Ernährungsmuster verändern sich weltweit. Der Fleischkonsum zeugt von Wohlstand und wächst mit dem Einkommen. Die Nutztiere mit Soja, Mais und Getreide zu füttern, erhöht den Landverbrauch, da je nach Nutztier drei bis sieben pflanzliche Nahrungskalorien verbrannt werden, um eine tierische Nahrungskalorie zu erzeugen. Welchen Beitrag kann und soll die Pflanzenzüchtung in Zukunft leisten, um mehr Ertrag sicher zu produzieren? Auf welche Pflanzen soll sie setzen und sind wir da in Deutschland und anderswo auf dem richtigen Weg? Welchen Beitrag können gentechnologische Verfahren leisten, die seit zwanzig Jahren als Hoffnungsträger von Wissenschaft, Politik und Industrie hochgejubelt werden?
Viele weitere Faktoren spielen dabei noch eine Rolle, wie die Entwicklung der passenden Agrartechnik; die Stärkung der rechtlichen und sozioökonomischen Situation von Frauen; ein faires und transparentes Bodenrecht; die Bekämpfung der Korruption; die "Governance" der Länder, (also wie gut ihre Institutionen ausgebildet sind, wie gut sie regiert werden); wie der Zugang zu Wasser gewährleistet ist und welche Zukunftsvorsorge für die Versorgung mit Wasser getroffen wird und so weiter. Um diesen mannigfaltigen Herausforderungen zu begegnen, brauchen wir Forschung und Innovationen, die nicht nur mehr technologische Entwicklung bringen sondern vor allem kulturelle und soziale Innovationen ermöglichen.
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Expertengruppe "Wissenschaft für Nachhaltigkeit" in Baden-Württemberg einberufen
@ 2012-06-23 – 21:02:43
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: Das Wissenschaftsland Baden-Württemberg soll Vorreiter für nachhaltige Entwicklung werden
Die Verhandlungen in Rio de Janeiro über Nachhaltigkeit sind gerade erst vorbei. "So wichtig die Verhandlungen auf internationaler Ebene sind. Die entscheidenden Fortschritte können hierbei nicht allein aus der Politik kommen. Die Wissenschaft muss zum zentralen Katalysator für die zukünftigen Veränderungen werden", sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. "Baden-Württemberg ist ein hervorragender Wissenschaftsstandort. Wir möchten das Land jetzt in die Lage versetzen, eine Führungsrolle beim Thema Nachhaltigkeit zu übernehmen."Das Wissenschaftsministerium hat deshalb eine Expertenkommission einberufen, die Anregungen für die Stärkung von Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und im Betrieb von Hochschulen erarbeiten soll. Sprecher des siebenköpfigen Gremiums ist Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Im Frühjahr 2013 wird die Kommission ihre Empfehlungen vorlegen.
Weiter Informationen finden Sie hier.
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9. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit 22.-23. Oktober 2012
@ 2012-06-21 – 19:25:59
Das 9. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit – kurz FONA-Forum – steht unter dem Motto des Wissenschaftsjahres 2012: "Zukunftsprojekt Erde". Es findet statt im Radialsystem V, Berlin.
Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird hier erste Ergebnisse der Initiative ZukunftsWerkStadt zum nachhaltigen Umbau der Städte mit Bürgerbeteiligung vorstellen.
Darüber hinaus werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums über weitere FONA-Aktionen im Wissenschaftsjahr diskutieren. Zur Halbzeit des BMBF-Rahmenprogramms "Forschung für Nachhaltige Entwicklungen" wird in Berlin eine erste Bilanz gezogen sowie ein Ausblick auf künftige Förderschwerpunkte gegeben.
Weitere Informationen in Kürze hier.
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"Stiftungen haben den Luxus, sich langfristig engagieren zu können, und somit als Moderatoren zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu fungieren."
@ 2012-06-21 – 13:57:13

Dr. Johannes Meier
CEO European Climate Foundationauf der Veranstaltung "Philanthropie und Klimaschutz" am 18.06. im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator
Weitere Schlüsselsätze zur Reihe "Transformatives Wissen schaffen"
"Stiftungen haben den Luxus, sich langfristig engagieren zu können, und somit als Moderatoren zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu fungieren." - Mit dieser Feststellung unterstreicht Dr. Johannes Meier von der Europaen Climate Foundation, dass Stiftungen eine große Unabhängigkeit von Wählerstimmen, Aktiengewinnen und Mitgliederzahlen genießen. Sie können sich daher einen langen Atem in ihrem Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten.
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Entscheidungen der Exzellenzinitiative am 15.06.2012 – eine erste Einschätzung aus Sicht einer gesellschaftsorientierten Wissenschaft
@ 2012-06-18 – 12:20:15

Prof. Dr. Uwe Schneidewind
Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt
Diskussionbeiträge zur Reihe Transformatives Wissen schaffen
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Am 15. Juni sind die Entscheidungen für die dritte und vermutlich letzte Runde der Exzellenzinitiative gefallen. In dieser Runde wurden 43 Exzellenzcluster, 45 Graduiertenschulen und 11 Zukunftskonzepte (gleichbedeutend mit dem umgangssprachlichen Ausweis als "Eliteuniversität") ausgezeichnet. Bei den Auszeichnungen handelte es sich einerseits um die Verlängerung schon bestehender Cluster, Graduiertenschulen und Zukunftskonzepte als auch um Neubewilligungen. Insgesamt fließen den Gewinner-Hochschulen in den kommenden fünf Jahren insgesamt 2,7 Milliarden Euro zu.
Der 15.06.2012 als Wegscheide eines knapp zehnjährigen Prozesses im deutschen Wissenschaftssystem
Der 15. Juni markiert eine wichtige Wegscheide in der Entwicklung des deutschen Wissenschaftssystems. Die Exzellenzinitiative hat in den letzten knapp zehn Jahren seit Ihrem Start die strategische Ausrichtung des deutschen Wissenschafts- und Forschungssystem entscheidend geprägt. Sie hat die Konzentration auf internationale Forschungsexzellenz an den Hochschulstandorten vorangetrieben. Dabei hat sich erfreulicherweise gezeigt, dass sich solche Exzellenz über ein breites Spektrum natur-, ingenieur-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Fächer erstreckt und Exzellenz auf viele Standorte in Deutschland verteilt ist (Insgesamt werden 39 Universitäten gefördert).
Gleichzeitig war das hinter dem Wettbewerb liegende Exzellenzverständnis letztlich disziplinär und eng interdisziplinär geprägt denn nur Anträge mit dieser Logik folgenden langjährigen DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)-Erfolgen hatten überhaupt eine Chance zur Teilnahme.Dass darunter die verbesserte Ausrichtung des Forschungssystems an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen litt, ist in den letzten Jahren mehrfach prominent kritisiert worden (Vgl. z.B. die Kritik des Wissenschaftlichen Beirats für Globale Umweltveränderungen WBGU). Der beabsichtigte Profilwettbewerb hat nicht zu der erhofften Ausdifferenzierung, sondern zu einer überraschenden Gleichförmigkeit der Profilierungstrategien geführt wie eine in diesen Tagen vom Wissenschaftszentrum Berlin veröffentlichte Studie zeigt.
Drei zentrale Herausforderungen für die kommende wissenschaftspolitische Phase: (1) Binnenentwicklung der Elitestandorte, (2) Start einer wirklichen Ausdifferenzierung, (3) Diskussion über Finanzierungsperspektiven ab 2017 mit Weitblick
Mit dem 16.06.2012 tritt das deutsche Wissenschaftssystem in eine neue Phase ein. Diese gilt es für eine Weiterentwicklung zu nutzen, die das Wissenschaftssystem noch stärker in eine Vorreiterrolle bei der Auseinandersetzung mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen bringt. Drei Ansatzpunkte sind dabei zentral: -
Transformationsanalyse zum deutschen Wissenschaftssystem im Journal for Environmental Innovation and Societal Transitions
@ 2012-06-09 – 09:34:56
Der in den letzten Jahren in den Niederlanden entwickelte Transition Management-Ansatz ist in den letzten Jahren angewendet worden, um Transformationsprozesse zu mehr Nachhaltigkeit in Sektoren wie dem Energie-, Agrar- oder Mobilitätssektor zu untersuchen. Uwe Schneidewind und Karoline Augenstein zeigen in einem aktuell im Journal for Environmental Innovation and Societal Transitions erschienen Beitrag auf, dass der Ansatz auch geeignet ist, die aktuellen Veränderungsprozesse zu einer nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem zu verstehen und daraus Ansatzpunkte für künftige Strategien abzuleiten.
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Memorandum zur sozial-ökologischen Forschung – jetzt unterzeichnen
@ 2012-06-07 – 09:13:09
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt die Weichen für die Förderung der Sozial-ökologischen Forschung (SÖF) neu. In der gut zwölfjährigen Förderperiode des Schwerpunkts wurden Verbünde und Einzelvorhaben mit wegweisenden Forschungsprojekten zu globalen Problemen wie Klimawandel, Umweltzerstörung oder Ernährungssicherung unterstützt. Jetzt wird diese Förderung neu aufgelegt.
Führende Akteure der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung setzen sich in einem Memorandum dafür ein, dass die sozial-ökologische Forschung in den kommenden Jahren konsequent vertieft und verbreitert wird – inhaltlich, organisatorisch und institutionell. Denn: Neues und transdisziplinäres Wissen ist der Schlüssel für grundlegende gesellschaftliche Transformationen.
Unterzeichnen ab sofort möglich – Gemeinsam für innovative Forschung eintreten
Das Memorandum zur sozial-ökologischen Forschung gibt Empfehlungen zur Förderung von Themenfeldern und für Maßnahmen der Strukturentwicklung in der nächsten SÖF-Förderperiode. Es kann ab sofort mitunterzeichnet werden. Es soll Forschungsministerin Annette Schavan bis zum 20. Juni 2012 übergeben werden.
Das Memorandum erarbeitete ein Kernautorenteam aus dem Umfeld der sozial-ökologischen Forschung. Ein erster Entwurf wurde auf der BMBF Agenda-Konferenz "Sozial-ökologische Forschung für eine zukunftsfähige Gesellschaft" am 20. März 2012 in Bonn mit über 200 Teilnehmer/innen diskutiert.
Das vollständige Memorandum finden Sie hier:
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"Wissenschaft für Nachhaltigkeit: Der Durchbruch muss gelingen" - Vorstellung des Memorandums der Deutschen UNESCO-Kommission am 14. Juni in Berlin
@ 2012-06-01 – 18:50:35
2012 ist das Jahr der Nachhaltigkeitsforschung. Der Rio+20-Gipfel und das Wissenschaftsjahr "Zukunftsprojekt Erde" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung setzen das Thema ganz oben auf die Agenda. Der Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) hat aus diesem Anlass ein Memorandum zu Wissenschaft für Nachhaltigkeit mit dem Untertitel "Der Durchbruch muss gelingen" verabschiedet.
Im Vorfeld des Rio+20-Gipfels wird die DUK dieses Memorandum am 14. Juni 2012 in der "Denkerei" in Berlin-Kreuzberg (Oranienplatz 2, 10999 Berlin) öffentlich vorstellen. Nach einer Präsentation der Forderungen des Memorandums durch den Vorsitzenden des DUK-Fachausschusses Wissenschaft, Prof. Dr. Gerd Michelsen, werden Vertreter aus Wissenschaft und Politik Stellung beziehen und im Anschluss mit dem Publikum diskutieren:
Ulla Burchardt, MdB
Dr. Karl-Eugen Huthmacher, BMBF
Dr. Volker Meyer-Guckel, Stifterverband (angefragt)
Prof. Dr. Daniel Lang, Leuphana Universität Lüneburg
Dr. Thomas Jahn, Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt a.M.Die Veranstaltung am 14. Juni findet statt von 16 bis 18.30 Uhr. Ein kurzer Empfang schließt sich an.
Um Anmeldung unter www.unesco.de/anmeldung-memorandum.html wird gebeten.
Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe "Transformatives Wissen schaffen".
Einführung in das Buch "Transformative Wissenschaft"


