Das Wissenschaftssystem ist in Zeiten von Klimaveränderungen und Finanzkrisen zunehmend aufgefordert, Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu geben. In den letzten Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass dies dem Wissenschaftssystem nur teilweise gelingt. Im Brennpunkt der Kritik steht die häufig methodisch zu enge und an zu einseitigen Verwertungsinteressen orientierte Wissenschaft.

Eine "Wissenschaft für und mit der Gesellschaft” bedarf der aktiven Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure wie Umweltverbände, Kirchen, Sozial- und Gesundheitsverbände und Gewerkschaften. Für die nachhaltige Neuausrichtung des Wissenschaftssystems können sie zentrale Impulse geben – dies haben einzelne Initiativen, wie die Veröffentlichung eines wissenschaftspolitischen Positionspapiers des BUND und Tagungen des NABU gezeigt. Alle fordern, von einer Wissenschaft ÜBER zu einer Wissenschaft FÜR die Gesellschaft zu kommen.

Die heutigen forschungspolitischen Institutionen und Strukturen sind jedoch auf eine zivilgesellschaftliche Mitarbeit und Beteiligung gar nicht angelegt. Hier gibt es einen echten Reformbedarf, kreative Ansätze und Ideen sind gefragt. Eigene Kapazitäten und die verbandsinterne Expertise in zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen erst aufgebaut werden, um dauerhaft Einfluss auf die wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozesse zu nehmen. Aus diesem Grund streben wir eine übergeordnete zivilgesellschaftliche Plattform für eine veränderte Wissenschaftspolitik an. Das vom BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr "Zukunftsprojekt Erde/ Nachhaltigkeit" bietet hierfür einen hervorragenden Rahmen.

In einem Workshop am Dienstag, dem 03.07.2012 soll durch Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Gruppen eine entsprechende zivilgesellschaftliche Plattform auf den Weg gebracht werden. In der Diskussion miteinander sowie mit Vertretern aus wissenschaftlichen Vorreitereinrichtungen und der Politik sollen bestehende Aktivitäten abgeglichen und gemeinsame wissenschaftspolitische Positionen sowie das Programm einer großen zivilgesellschaftlichen Konferenz im Herbst des Jahres erarbeitet werden. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) sowie die Reihe "Transformatives Wissen schaffen” stellen dafür den organisatorischen Rahmen bereit.

Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:
Wie muss eine zukunftsfähige Wissenschaftspolitik aus der Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen aussehen?
Was sind die inhaltlichen Hauptelemente und Gemeinsamkeiten zivilgesellschaftlicher Positionen zu einer nachhaltigkeitsorientierten Reform der Wissenschaftspolitik?
Wie stärken wir das wissenschaftspolitische Engagement, die Mitspra
chefähigkeit und die personelle Kapazität in den Verbänden? 
Wie kann eine zivilgesellschaftliche Plattform zu den Forderungen an eine zukünftige Wissenschaftspolitik organisiert sein?

Weitere Informationen unter: wissenschaftsjahr2012@wupperinst.org

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Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe "Transformatives Wissen schaffen".