Die Reihe "Transformatives Wissen schaffen" im Wissenschaftsjahr 2012 sammelt "Schlüsselsätze" für eine "Wissenschaft für und mit der Gesellschaft". Diese "Schlüsselsätze" sollen zur Diskussion einladen und das Anliegen der Reihe plastisch machen. Hier finden sich einige der Schlüsselsätze der ersten Veranstaltungen der Reihe. Die Liste der Schlüsselsätze wird laufend aktualisiert. Klicken Sie die Sätze an und diskutieren Sie mit!

Analyse

Dr. Thomas Jahn "Die Bündnisse insbesondere der jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler  haben in den letzten Jahren eine neue Qualität und Stärke erreicht. Die Kooperationen überschreiten dabei die Grenzen der klassischen  Institutionen. Der große Kreis der Unterstützer des SOEF-Memorandums ist dabei lebendiger Ausdruck davon." (Dr. Thomas Jahn, ISOE-Frankfurt)
Prof.Dr.SaschaSpoun "Eine Krise kann vom Ende zum Anfang werden, denn sie weckt kreative Energien und fördert Innovationen. Damit wird der Grundstein für künftige Erfolge oft gerade dort gelegt, wo ein Erfolg zunächst ausblieb." (Prof. Dr. Sascha Spoun, Leuphana Universität Lüneburg)
Prof.Dr.ArminGrunwald
"Außeruniversitäre Forschung sollte sich mit Interdisziplinarität leichter tun, tut es aber nicht." (A. Grunwald -Karlsruher Institut für Technologie)
"Es ist ein Double-Bind, beste Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben und politik-relevante Ergebnisse zu produzieren." (W. Rohe - Stiftung Mercator)
Dr.WolfgangRohe

bild "Die Zivilgesellschaft will nicht mehr "beforscht" werden, sondern Forschung selber gestalten" (Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Nachhaltigkeitsrat)
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"Wir müssen von einer Wissenschaft FÜR zu einer Wissenschaft MIT der Gesellschaft kommen." (Prof. Dr. Roland Scholz, ETH Zürich

Bild "Der Politik alleine kann die Wende zur Nachhaltigkeit nicht gelingen. Sie muss auf Lösungen und Zukunftsentwürfe bauen, die in der Gesellschaft vorgedacht wurden. Dabei spielt die Wissenschaft eine Schlüsselrolle. Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen noch stärker als bislang zu Laboren der Zukunft werden." (Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin des Landes Baden Württemberg)
Bild "Deutsche Öko-Intellektuelle denken zu systemtheoretisch und zu wenig akteursorientiert. Die Frage ist nicht >Was bewegt?< sondern >Wer bewegt?<." (Prof. Dr. Joachim Radkau, Universität Bielefeld)
Jürgen Meier

"Die Mainstream-Wissenschaft hat große gesellschaftliche Herausforderungen, wie die Energiewende, eher im Nachhinein begleitet, als deren Vorbereitung strukturell vorausgedacht. Für eine Vorreiterwissenschaft müssen Kapazitäten geschaffen werden." (Jürgen Maier, Forum Umwelt und Entwicklung)

Prof. Dr. Uwe Schneidewind "Besonders bei der Nachwuchsförderung ist viel zu tun ? nur einE EinzigeR der vielen SÖF-NachwuchsgruppenleiterInnen wurde bisher auf eine reguläre Professur berufen." (Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut)
Prof. Dr. Claus Leggewie "Sozialer Wandel ist heute weitgehend wissenschaftsgetrieben. Aber Change Agents können außer professionellen Forschern auch innovative Abteilungen in einem Wissenschaftsministerium, studentische Initiativen und interessierte Bürgerinnen und Bürger sein." (Prof. Dr. Claus Leggewie, KWI Essen)
Prof.Dr.ArminGrunwald "Transdisziplinarität wird noch zu oft kleingekocht in wissenschaftliche Details." (Prof. Dr. Armin Grunwald, Karlsruher Institut für Technologie)
Dr.WolfgangRohe "Heutige Gesellschaften sind ständig durch Wissenschaft transformierte." (Dr. Wolfgang Rohe, Leiter des Kompetenzzentrums Wissenschaft der Stiftung Mercator)


Handlungsstrategien

Dr. Johannes Meier "Stiftungen haben den Luxus, sich langfristig engagieren zu können, und somit als Moderatoren zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu fungieren." (Dr. Johannes Meier, CEO Europaen Climate Foundation)
Klaus Milke "In Deutschland besteht eher noch eine Brachlandschaft in der Zusammenarbeit von Stiftungen und Think-Tanks. Dieses Potential müsste gehoben werden." (Klaus Milke ,Vorstandsvorsitzender von Germanwatch e.V. und Vorsitzender der Stiftung Zukunftsfähigkeit)
Prof.Dr.GeorgMüllerChrist

"Wenn wir Bildung für Nachhaltigkeit an Hochschulen ernst nehmen, dann müssten allein deutschlandweit jedes Jahr Lehrveranstaltungen für 500.000 neue STudierende in über 13.00 Studiengängen angeboten werden." (Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Universität Bremen)

Prof.Dr.Gerd Michelsen2 "E-Learning beinhaltet die große Chance, in der Lehre im Bereich Nachhaltigkeit noch innovativer zu werden, als wir es bisher sind." (Prof. Dr. Gerd Michelsen, Leuphana Universität Lüneburg)
Prof. Dr. Uwe Schneidewind "Wenn man das selbst gesteuerte Lernen für Nachhaltigkeit durch die Studierenden ernst nimmt, schafft das eine Grundlage die Universität ganz neu zu erfinden." (Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut)
spangenberg "Nur Forschungsfreiheit sichert auch Forschungsfrechheit" (Dr. Joachim Spangenberg, Sustainable Europe Research Institute)
bild Wir dürfen nicht nur über neue Strukturen des Wissenschaftssystems sprechen, sondern müssen viel stärker als bisher über Inhalte diskutieren. (Dr. Karl Eugen Huthmacher, BMBF)
Bild "Public Money for Public Goods" (Dr. Steffi Ober, NABU)
bild "Für transformative Forschung gilt es bessere Übergänge zwischen Forschungsministerium und Fachministerien zu schaffen, damit transformatives Wissen auch in Transformation mündet." (Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Nachhaltigkeitsrat)
Bild "Schon in den 70er und 80er-Jahen wurden die Lehrstühle für ökologischen Landbau an den Agrarfakultäten durch studentische Initiativen durchgesetzt." (Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND)
Bild "30-35% des Wissenschaftssystems müssen per se interdisziplinär sein." (Prof. Dr. Dirk Messner, WBGU)
Bild "Die Debatte über Wissenschaft muß wieder eine gesellschaftliche werden!" (Reiner Braun, VDW e.V.)
Bild "Ein Masterplan ´Transformative Wissenschaft´ wird gebraucht." (Ulla Burchardt, Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses)
Bild "'Begriffe ohne Anschauungen sind leer, aber Anschauungen ohne Begriffe sind blind.'- dies gilt uneingeschränkt auch für eine Wissenschaft, für eine Nachhaltige Wissenschaft." (Prof. Dr. Bernhard Glaeser, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Humanökologie)
Bild "Um ein gesamtgesellschaftliches Lernen für Nachhaltige Entwicklung durch Forschung wirklich anzustoßen, brauchen wir eine Erweiterung der Forschungs-Agenda ... (Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann, Universität Heidelberg)
Bild "Die nicht-staatlichen, kritischen Nachhaltigkeits-Institute spielen als Themengeber, Wissensvermittler und Innovatoren eine besondere Rolle in der Transformation von Wissenschaft und Gesellschaft." (Dr. Thomas Jahn, ISOE)
LuciaReischZugeschnitten

"Jeder Forscher sollte sich darüber im Klaren werden, als welche Art Wissensbroker er sich versteht - in der Version 1.0 als Systematisierer und Übersetzer..." (Prof. Dr. Lucia Reisch, Copenhagen Business School)

Bild "Es gilt Schüler zu Problemlösern machen!" (Albert Reinhardt, Gattel-Stiftung)
Gesa_Maschkowski "Wir müssen Wissenschaft stärker daran messen, wie ihr die Transformation ihrer Ergebnisse in die Praxis gelingt." (Gesa Maschkowski, Universität Bonn/ Transition Town Initiative Bonn)
Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn "Die transdisziplinäre Forschung muss aufpassen, dass die eingeforderte Praxis-Euphorie nicht zu einer versteckten Form der interessengeleiteten Auftragsforschung führt." (Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn, Universität Stuttgart)
Verena Salomon "Studierende haben eine ungeahnte Kraft, als Pioniere im Wandel hin zu einer nachhaltigeren Hochschullandschaft zu wirken und sollten ermutigt werden, diese konkret einzusetzen." (Verena Salomon, Netzwerk Nachhaltigkeitsinitiativen)
Jens Libbe "Wissenschaft muss stören, Dinge aufbrechen, unbequeme Wahrheiten aussprechen. Das bedeutet letztlich auch, in soziale Praktiken zu intervenieren. Dies liegt häufig nicht im Interesse von Praxispartnern." (Jens Libbe, Deutsches Institut für Urbanistik)
Dr. Karl Eugen Huthmacher "Die SÖF mit ihrem besonderen Forschungszugang zu den gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen soll nicht nur als isoliertes Einzelprogramm wirken, sondern in möglichst viele, vor allem technologisch ausgerichtete BMBF- Forschungsprogramme integriert werden." (Dr. Karl Eugen Huthmacher, BMBF)
Prof. Dr. Uwe Schneidewind "Wir brauchen in der Zivilgesellschaft eine wissenschaftspolitische Literacy." (Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut für Klima, Energie, Umwelt)
Prof.Dr.DieterLenzen "Eine Universität ist entweder eine "nachhaltige" Universität oder sie ist faktisch keine Universität mehr." (Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident Universität Hamburg)
Dr.WolfgangRohe "Wissenschaftsstiftungen leisten nur 1% der öffentlichen Wissenschaftsförderung." (Dr. Wolfgang Rohe, Leiter Kompetenzzentrum Wissenschaft der Stiftung Mercator)
Prof. Dr. Uwe Schneidewind "Die Einmischung der Fachpolitiker ist ein wichtiger Impuls für die künftige Entwicklung des Wissenschaftssystems." (Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Energie, Umwelt)


Spezifische Thesen zu den Defiziten der ökonomischen Forschung
Eine besondere Rolle auf der Auftaktveranstaltung am 06.02.2012 spielten aktuelle Defizite der ökonomischen Forschung:

Bild "Die kritischen Ökonomen sind zunehmend aus dem Wissenschaftssystem verschwunden. Dahinter steckt durchaus auch das Phänomen einer sich zunehmend abschließenden Oberschicht." (Hilmar Höhn, IG BCE)
bild "Statt Forschung, um Wachstum zu erzeugen, braucht es Forschung zu der Frage: Wie organisieren wir eine Gesellschaft, die nicht mehr wachsen wird? Hierzu gibt es heute kaum Antworten." (Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Nachhaltigkeitsrat)