Der Wissenschaftsstandort Ulm hat eine lange Tradition in der inter- und transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Durch die Einrichtung einer von der Stadt Ulm und zahlreichen Unternehmen der Region getragenen Stiftungsprofessur „Nachhaltiges Wissen, nachhaltige Bildung, nachhaltiges Wirtschaften“ im Jahr 2008 hat dieser Prozess zusätzliche Dynamik bekommen. So besteht an der Universität Ulm eine enge fächerübergreifende Zusammenarbeit in Lehre und Forschung zwischen der Informatik (Prof. Radermacher, FAW Ulm), der Biologie (Prof. Kazda), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (Prof. Tillmetz) und der bereits erwähnten Stiftungsprofessur (Prof. Müller). Dabei bezieht sich die Zusammenarbeit in der Forschung u.a. auf Projekte im Bereich regenerativer Energien (Biogasanlagen), der Elektromobilität (Marktchancen) oder des Mobilitätsverhaltens (car2go). Auch zu ethischen Fragen der Nachhaltigkeit wird an der Universität Ulm (Prof. Fangerau) und dem Humboldt Studienzentrum geforscht.
In der Lehre existieren übergreifende Module zur Nachhaltigkeit (Biologie/Wirtschaftswissenschaften). Im November letzten Jahres wurde ein erster Hochschultag zur Nachhaltigkeit durchgeführt.
Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit der Hochschule Ulm in Fragestellungen der Energieforschung. Sie drücken sich in Projekten zur Energieeffizienz (Prof. Kleiser) oder zu Photovoltaik (Prof. Heilscher) aus.
Ein wesentliches Kennzeichen der Nachhaltigkeitsforschung der Ulmer Hochschulen ist die enge Vernetzung mit Unternehmen der Region. Die Offenheit der Ulmer Unternehmen zu Fragen der Nachhaltigkeit ist dem bereits seit 15 Jahren bestehenden Ulmer Initiativkreis Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V. zu verdanken. In diesem Netzwerk sind zahlreiche Unternehmen der Region versammelt, um gemeinsam mit der Wissenschaft Projekte zur Nachhaltigen Entwicklung durchzuführen. Es wurden Projekte zum Stoffstrommanagement, zur Ökobilanzierung oder zum zivilgesellschaftlichen Engagement für nachhaltige Entwicklung bearbeitet (http://www.unw-ulm.de/sites/251.html). Finanziert wurden die Projekte u.a. von der EU, dem BMBF und der DBU. Weitere Projekte sind in Vorbereitung.

