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Archiv der Einträge: April, 2011
  • Starkes Plädoyer für eine transformative Forschung im neuen WBGU-Gutachten zur "Großen Transformation"

    Am 07. April hat der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung (WBGU) sein Hauptgutachten "Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation" der Bundesregierung überreicht sowie auf einer Tagung in der Akademie Tutzing umfassend vorgestellt und diskutiert. Bisher liegt nur die knapp 30-seitige "Zusammenfassung für Entscheidungsträger" vor (Download hier). Die Vollfasssung des Gutachtens (die ursprünglich für den 22.03.2011 geplant war) wird aufgrund der Ereignisse und politischen Entscheidungen in Folge der Reaktorkatastrophe in Fukushima erst in einigen Wochen verfügbar sein.

    Das Gutachten zeichnet insgesamt die Epochenherausforderung der Transformation zu einer globalen Nachhaltigen Gesellschaft eindrucksvoll nach und übersetzt diese in differenzierte Strategien. Dabei gefällt die sozial- und kulturwissenschaftlich aufgeklärte Herangehensweise, in die die technologischen, politischen und ökonomischen Transformationspfade eingebettet sind.

    Aus der Perspektive einer "Nachhaltigen Wissenschaft" ist besonders bemerkenswert, welch starker Stellenwert einer Veränderung im Wissenschaftssystem beigemessen wird, um die anstehenden Transformationsaufgaben zu bewältigen (vgl. S. 22 f. der Zusammenfassung). Der WBGU fordert ein "transformatives Quartett" der Wissensgesellschaft.

    WBGU-transformatives-Quartett

    Das "transformative Quartett der Wissensgesellschaft"
    Quelle: WBGU (2011), S. 23 (Zusammenfassung des Hauptgutachtens)

    Dabei geht es ihm sowohl um eine Transformationsforschung, das heißt eine Forschung, die Zusammenhänge von umfassenden gesellschaftlichen Transformationsprozessen versteht als auch um eine transformative Forschung, d.h. eine Forschung die transformative Prozesse aktiv befördert. Faktisch wird hier das Programm einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft skizziert. Im Hauptgutachten werden diese Forderungen für einzelne Disziplinen (wie z.B. die Rechtswissenschaften) durchdekliniert.

    Der WBGU macht zudem konkrete institutionelle Vorschläge: Neben einer systematischen Evaluation der bisherigen Forschungsprogramme empfiehlt er u.a. die Einrichtung einer Bundesuniversität (S. 26), die "schwerpunktmäßig Forschung und Bildung für die Transformation zur Nachhaltigkeit betreibt" sowie eine Runde der Exzellenzinitiative, "vollständig zum Thema Forschung im Kontext der Transformation für eine Ressourcen schonende, nachhaltige und lebenswerte Gesellschaft auszuschreiben".

     

  • Call for applications für neue Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCEs)

    Die United Nations University hat den diesjährigen Call for Applications für Regional Centres of Expertise on Education for Sustainable Development (RCEs) ausgesendet. Das 2005 im Rahmen der UN Dekade BNE initiierte RCE Netzwerk umfasst heute bereits 85 RCEs in Asien, N & S Amerika, Afrika, Europa und Australien. RCEs stellen auf lokaler/regionaler Ebene ein Netzwerk aus Hochschulen, formalen & non-formalen Bildungseinrichtungen, NGOs, GOs und Unternehmen dar. In diesem Netzwerk werden neue Nachhaltigkeitsinitiativen initiiert sowie werden international Forschungskooperationen zur gegenseitigen Unterstützung eingeleitet.
    Im D-sprachigen Raum gibt es bereits in den folgenden Regionen RCEs:
    Deutschland: München, Nürnberg, Hamburg, Vechta,
    Österreich: Graz-Styria, Vienna
    Niederlande: Rhine Meuse (Länderübergreifend B/NL/D)

    Nähere Informationen zum Einreichverfahren finden sie unter: www.ias.unu.edu/efsd und auch ich stehe gerne für Fragen zur Verfügung.

    Bei Interesse sollte dieses bereits bis zum 11. April an das Global RCE Service Centre (siehe Link) bekannt gegeben werden. Danach bekommt man vom Service Centre sowie auch von bereits bestehenden RCEs Unterstützung im Aufbau und der Entwicklung der Application.

  • Kurzporträts und Nachhaltigkeitsprofil der an der NaWis-Runde beteiligten Institutionen

    Anbei finden sich Kurzporträts der an der NaWis-Runde beteiligten Wissenschaftseinrichtungen:

    Universität Kassel
    Die Universität Kassel - 1971 im Zuge der Bildungsreformen als eigenständiges Gesamthochschulmodell gegründet - ist geprägt durch einen in Deutschland ungewöhnlich vielschichtigen Verbund von Kompetenzen, die sich auf Natur und Technik, Kultur und Gesellschaft konzentrieren. Das Fundament interdisziplinär entwickelter Innovation bilden starke Fach disziplinen, deren besonderes Leistungsspektrum von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung reicht. Strategische Partnerschaften mit führenden Forschungs-Instituten und Wissenschafts-Partnern im In- und Ausland stärken ihre Position im nationalen und internationalen Wettbewerb.

    Umweltbezüge spielen seit der Gründung der Universität Kassel eine wichtige Rolle: Über 60 Professuren und etwa 250 weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen gemeinsam mit Kooperationspartnern an der Universität Kassel in Fachbereichen, Instituten und einer Anzahl von Forschungsschwerpunkten zu Umweltthemen. Mit über 200 umweltbezogenen Lehrveranstaltungen pro Studienjahr, 19 Studiengängen mit Abschlüssen zu Umweltthemen, vielfältigen Promotionskollegs, Zusatzqualifikationsmöglichkeiten, weiterbildenden Studienprogrammen und Qualifizierungsangeboten für internationale Studierende nimmt die Universität Kassel eine Spitzenposition in Sachen Umweltforschung und –lehre ein.

    An der Universität Kassel studieren rund 20.000 Studierende. Die Universität beschäftigt 2500 Menschen, davon knapp über 300 Professorinnen und Professoren.

    Leuphana Universität Lüneburg
    Die Leuphana Universität versteht sich als öffentliche Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Ihr deutschlandweit einmaliges Studienmodell mit international üblichen Bachelor- und Masterabschlüssen, ausgewiesenen Forschungsschwerpunkten und einer engen Kooperation mit gesellschaftlichen wurde mehrfach ausgezeichnet. Kernbestandteile sind das College für das Erststudium, die Graduate School mit verzahnten Master- und Promotionsprogrammen sowie die Professional School für berufliche Weiterbildung und Wissenstransfer. Vier Wissenschaftsinitiativen prägen das fachliche Spektrum der Hochschule: Nachhaltigkeitsforschung, Bildungsforschung/Lehrerbildung, Management und unternehmerisches Handeln sowie Kulturforschung.

    Zum 01. Oktober 2010 hat die Leuphana als erste deutsche Universität eine Fakultät Nachhaltigkeit eingerichtet. Als Träger der universitätsweiten Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeitsforschung beschäftigt sich die Fakultät mit Bedingungen und Chancen einer nachhaltigen Entwicklung. Die Fakultät verbindet dazu Human- und Naturwissenschaften mit derzeit etwa 25 Professuren aus den Disziplinen Chemie, Informatik, Kommunikation, Management, Ökologie, Philosophie, Planung, Politik, Psychologie, Recht, Technik und VWL. Transdiziplinarität kennzeichnet die Arbeitsweise der Fakultät in Forschung und Lehre.

    Symbol der Neuausrichtung der Leuphana ist das geplante zukunftsweisende Zentralgebäude nach Entwürfen des international renommierten Architekten Daniel Libeskind. Mit einem Innovations-Inkubator stärkt die Universität Forschungs- und Wirtschaftspotenzial des Wissenschaftsstandorts Lüneburg. Der Inkubator ist derzeit europaweit das größte Regionalentwicklungsprojekt durch Wissenschaft. Es hat ein Volumen von rund 100 Millionen Euro und wird durch die Europäische Union gefördert.

    An der Leuphana studieren 7.000 junge Menschen. Rund 450 der 800 Leuphana-Beschäftigten sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, davon 150 Professorinnen und Professoren.

    Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
    Das Wuppertal Institut erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für Übergänge zu einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum stehen Ressourcen-, Klima- und Energieherausforderungen in ihren Wechselwirkungen mit Wirtschaft und Gesellschaft. Die Analyse und Induzierung von Innovationen zur Entkopplung von Naturverbrauch und Wohlstandsentwicklung bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung.

    Nachhaltige Entwicklung bedarf eines integrierten Politik- und Wissenschaftsansatzes. Denn die Fragestellungen einer zukunftsfähigen Entwicklung sind häufig nicht innerhalb von Ressortgrenzen oder einzelner wissenschaftlicher Disziplinen zu beantworten. Hier setzt das Forschungsprogramm des Wuppertal Instituts an. Es baut auf interdisziplinäres und am Systemverständnis orientiertes Arbeiten auf. Das Wuppertal Institut sieht sich seit seiner Gründung im Jahr 1991 der anwendungsorientierten Nachhaltigkeitsforschung verpflichtet.

    Das Wuppertal Institut beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird in der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH geführt. Es erhält eine Grundfinanzierung vom Land Nordrhein-Westfalen. Den größten Teil seines Budgets von rund 11 Mio. Euro erwirtschaftet das Institut mit extern finanzierten Projekten.

    IASS, Potsdam (ab 01.01.2012)
    Ab dem 01.01.2012 tritt das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) der NaWis-Runde als viertes Kernmitglied unter Leitung von Exekutivdirektor Klaus Töpfer bei.

    Die Anregung des Nobelpreisträger-Symposiums "Global Sustainability – A Nobel Cause" und die Aufforderung durch die Bundesregierung beim nachfolgenden Klimaforschungsgipfel im Oktober 2007 aufgreifend, hat die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein Konzept zur Schaffung eines interdisziplinären, interaktiven und internationalen Elite-Instituts für Nachhaltigkeitsforschung erarbeitet (Institute for Advanced Sustainability Studies - IASS).

    Dieses Institut soll anspruchsvolle und neuartige Ansätze zu hochrelevanten Nachhaltigkeitsthemen wie Klimastabilität, Energiesicherheit, Ressourceneffizienz, umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsdynamik, Koevolution urbaner und ruraler Räume und nachhaltige technologische Entwicklungen erschließen. Zudem soll das IASS einen zentralen Beitrag zur Entwicklung einer nationalen Forschungsstrategie zum Klimaschutz leisten und sich mit der ökologischen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Dimensionen einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Klima- und Erdsystemforschung einbringen. Dabei soll das Institut herausragende Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten und als Drehkreuz des strategischen Dialogs zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Meinungsbildung beitragen.

  • Kick-Off-Meeting des Global TraPs-Projektes an der ETH Zürich

    Am 31.03. und 01.04. fand das Kick-Off-Meeting des bis zum Jahr 2015 dauernden Global TraPs-Projektes an der ETH Zürich statt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung der nötigen Wissensbasis und von Steuerungsansätzen für eine nachhaltige Gestaltung des globalen Phosphor-Kreislaufes. Das von Prof. Dr. Roland Scholz an der ETH initiierte Projekt findet im Verbund von über 40 internationalen Partnerinstitutionen aus Wissenschaft und Praxis statt. Es ist durch seinen globalen Anspruch das derzeit vermutlich ambitionierteste transdisziplinäre Projekt in den Nachhaltigkeitswissenschaften und baut auf den fast 20-jährigen Erfahrungen der Gruppe um Roland Scholz mit transdisziplinären Fallstudien auf.

  • 10.000ster Besucher auf www.nachhaltigewissenschaft.blog.de

    Im März 2010 registrierte das im August 2009 gestartete Weblog www.nachhaltigewissenschaft.blog.de seinen 10.000sten Besucher. Der Monat März 2011 war mit über 1000 Besuchern und über 3000 Seitenaufrufen der besucherstärkste Monat seit dem Start des Blogs. Wir freuen uns über diese gute Resonanz!

  • Französische Förderagentur legt Programm "Innovative Gesellschaften" auf

    Die französische Förderagentur (Agence Nationale de la Recherche) hat ein umfassendes Förderprogramm "Innovative Gesellschaften" aufgelegt. Das Programm folgt einem erfrischend weiten Innovationsverständnis und fühlt sich einem umfassenden interdisziplinären Ansatz verpflichtet. Einige Hintergrundinformationen zur Agentur finden sich hier.



Einführung in das Buch "Transformative Wissenschaft"


Veranstaltungen

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