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Archiv der Einträge: Maerz, 2011
  • oikos spring meeting vom 24. bis 27. März in Prag – students for sustainable economics and management

    Unter dem Titel „Sustainable Architecture: Space for Living“ fand das diesjährige spring meeting von oikos international statt. oikos ist ein Netzwerk internationaler Studierender, mit dem Ziel, Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften zu etablieren.
    Architektur, Thema der Veranstaltung, ist aus dem Leben nicht weg zu denken: Die Gebäude, in denen wir uns aufhalten, beeinflussen Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität. Gleichzeitig sind sie durch Heizungen, Ventilatoren und Klimaanlagen energiehungrige CO²- Emittenten. Im Blick auf Energie- und Kosteneffizienz lassen sich Beiträge für den Klimaschutz in jedes betriebswirtschaftliche Kalkül einbauen. Mittel und Wege, Perspektiven und Herausforderungen nachhaltiger Gebäudewirtschaft standen thematisch im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dass Nachhaltigkeit und Wirtschaft enger verbunden sind als vielfach unterstellt und praktiziert, hat sich einmal mehr bestätigt.
    Mehr zu oikos gibt’s hier.

  • Internationaler Kongress "Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten und verankern"

    Der internationale Kongress von 4.-6. Juli in Laufen soll in erster Linie zeigen, welche Erfolge in der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) bereits zu verzeichnen sind und was wir von Anderen lernen können. Konzepte und Erfahrungen sollen diskutiert, nationale und regionale Besonderheiten sowie Best-Practice-Beispiele vorgestellt werden. Der Kongress ist hierfür der erste internationale Austausch über Erfahrungen und Perspektiven und bietet einen fokussierten Blick auf die systematische Verankerung von BNE in den deutschsprachigen Ländern. Vortragende und Beispiele werden aus allen drei deutschsprachigen Ländern präsentiert.
    Hier finden sie weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung zu Tagung: Link zu Kongress

  • Exzellenz und Nachhaltigkeit – eine kleine Nachlese der Vorentscheidung der dritten Runde der Exzellenzinitiative

    Die Universität Hamburg konnte sich mit ihrem Zukunftskonzept der Nachhaltigen Universität in der Exzellenzinitiative leider nicht durchsetzen. Der Blick auf die sonstigen Entscheidungen der ersten Auswahlrunde der Exzellenzinitiative am 02.03.2011 läßt aber einzelne Ansätze einer an Transdisziplinarität und Nachhaltigkeit ausgerichteten Forschung erkennen.
    Insbesondere zeigt es sich, dass Themen wie Ressourcenknappheit, Global Governance und Klimawandel vor den Türen der Universitäten nicht Halt machen.

    Ein interessantes Konzept verfolgt die TU München, die mit der Idee einer Graduiertenschule für „Risk and Security“ antritt, die sich bewusst einer disziplinären Eingrenzung entzieht. Für ein tiefgreifendes Verständnis des komplexen Phänomens des Risikos sei es unumgänglich aus jedem Blickwinkel die einzelnen Facetten der Thematik zu betrachten. Das Graduiertenkolleg soll Doktoranden und Wissenschaftlern aller Fachrichtungen als Ansprechpartner für Fragen der Risikoforschung dienen. Hierbei wird auch explizit eine thematische Brücke der Bedeutung eines tiefgehenden Verständnisses von Risiko im Rahmen nachhaltiger Forschung geschlagen.

    Rein inhaltlich dürfte auch die angestrebte Graduate School of Social Science der Universität Bamberg für eine nachhaltige Wissenschaft von hohem Interesse sein. Sie widmet sich der Erforschung des Wandels von Governancestrukturen, der Herausbildung von Institutionen und der Ausprägung individuellen bürgerlichen Engagements im transnationalen Kontext widmet.

    Bereits im Titel spiegelt sich der Nachhaltigkeitsbezug eines Graduiertenprogramms der HU Berlin wieder: „FutureLand Graduate School – The Transformation of Land Use to Sustainability“. In einer interdisziplinären Forschung von Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sollen Lösungsstrategien für globale Herausforderungen im Angesicht von Klimawandel, abnehmender Biodiversität und zunehmender Landnutzungsintensität gefunden werden.

    Nicht nur bei den Graduiertenschulen, sondern auch bei den in der ersten Runde erfolgreichen Exzellenzcluster finden sich vielversprechende Ansätze. So tritt die Universität Mainz mit einem Cluster an, der sich der Erforschung des „Anthropozän“ als neuem Erdzeitalter widmet. Es geht um die Untersuchung natürlicher Elementzyklen und geologischer Prozesse unter der Einflussnahme des Menschen.

    Den Governance-Veränderungen im globalen Kontext widmet die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt Oder ein Exzellenzcluster: Unter dem Titel „B/ODERS IN MOTION“ solle eine Forschung etabliert werden, die sich den sozial-, kultur-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Implikationen der zunehmenden Diffusion nationaler Grenzen widmet. Diese Programm dürfte interessant sein hinsichtlich globalpolitischer Steuerungsmöglichkeiten zur Bekämpfung von nachhaltigkeitsrelevanten Krisen.

    Auch bei den Exzellenzclustern bewegt sich die TU München im Themenfeld Nachhaltigkeit: Electro Mobility beyond 2020 ist ein multi- und interdisziplinäres Forschungskonzept, das den Herausforderungen einer zukunftstauglichen Mobilität begegnet: technologisch orientierte Forschung elektrischer Antriebe und neuer Speichertechnologien, jedoch mit dem Fokus auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Problemen von Stromnetzwerken und Speicherbegrenzungen auch auf nicht-technischem Wege begegnen.

    „Resarch – Relevance – Responsibility“ heißt die Idee mit der die Universität Tübingen als Anwärter auf den Rang einer künftigen Eliteuniversität verbleibt. Durch die Einrichtung eines Zentrums für angewandte Wissenschaften soll der Bezug der Wissenschaften zur Realität bestärkt werden. Forschung und Lehre sollen auf diese Weise dahin gelenkt werden, dass sie Absolventen den verantwortungsbewussten und vor allen Dingen weltbezogenen Umgang mit ihrem Wissen vermitteln.

    All dies sind Entwicklungen, die hoffnungsfroh stimmen könnten: Realitätsbezüge, Verantwortung und Zusammenarbeit jenseits disziplinärer Grenzen scheinen in der kommenden Runde der Exzellenzinitiative möglich zu sein.

  • „Sustainable Consumption – Towards Action and Impact“ - wissenschaftliche Beiträge erbeten

    Kommenden Herbst findet vom 6.-8. November in Hamburg, der European green Capital 2011, eine internationale Wissenschaftskonferenz zur Thematik: „Nachhaltiger Konsum – Wege in die Praxis“ statt. Die Konferenz geht auf das inter- und transdisziplinären BMBF-Forschungsprogramm „From Knowledge to Action – New Paths towards Sustainable Consumption“ als Teil der Initiative Sozial-ökologische Forschung (SÖF) zurück.

    Der Fokus der Konferenz ist auf das Konsumentenverhalten, dessen kulturelle wie soziale Einbettung und die Einflüsse institutioneller, ökonomischer, physischer und politischer Rahmenbedingungen gerichtet. Ziel der Konferenz ist den akademischen Diskurs um die Ansätze und Bemühungen um einen Nachhaltigen Konsum zu fördern.

    Bis zum 10. Mai können Beiträge eingereicht werden. Weitere Informationen zu den Themen und formalen Anforderungen finden Sie hier.

  • Universitäre Nachhaltigkeitsberichte -Neuer Nachhaltigkeitsbericht der Universität Bremen erschienen

    Die Universität Bremen legt für das Jahr 2010 einen neuen Nachhaltigkeitsbericht vor. Nachdem bereits vor fünf Jahren ein erster Nachhaltigkeitsbericht erschienen war, werden hier die Entwicklungen der Universität erneut unter die Lupe genommen.

    Nachhaltigkeitsberichte dienen dazu, alle Interessengruppen einer Universität über deren Entwicklungen zu informieren. Sie untersuchen die Universität hinsichtlich ihres inneren wie äußeren Wirkens, was zum einen die Betriebsabläufe der Universität selbst, zum anderen aber auch deren Rolle im regionalen Umfeld umfasst. Ganzheitlichkeit, die quasi begriffsimmanent mit Nachhaltigkeit verbunden ist, spiegelt sich auch konzeptuell in Nachhaltigkeitsberichten wieder. Während beispielsweise eine EMAS-Zertifizierung oder Umweltberichte in der Regel nur Aktivitäten einer Einrichtung hinsichtlich bestimmter Umweltkriterien bewerten, finden auch soziale und ökonomische Komponenten in Nachhaltigkeitsberichten ihren Niederschlag.

    Der Nachhaltigkeitsbericht der Universität Bremen beispielsweise teilt sich formal in zwei Bereiche: eine Innen- wie Außenansicht der Universität.
    Nach Innen konzentriert sich der Bericht auf die Darstellung der Universität als nachhaltige Hochschule, aufgegliedert in die drei Komponenten der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Im Innenbereich geht es darum, die Qualität von Lehre und Forschung zu sichern, ein umweltverträgliches Energie- und Abfallmanagement zu betreiben sowie Chancengleichheit, Diversität und Familienfreundlichkeit zu fördern.

    Nachhaltigkeit in der Außenwirkung einer Hochschule findet ihren Bewertungshintergrund in ihrer gesellschaftlichen Aufgabe: dem Transfer und der Generierung von Wissen. Eine Hochschule für nachhaltige Entwicklung ist danach zu bewerten, wie sie ihren Studierenden für Themen der Nachhaltigkeit sensibilisiert und gleichzeitig einen Transfer diesen Wissens in die Gesellschaft leistet; auch die Forschung sollte bestimmte Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen.

    Nicht nur die Universität Bremen ist bisher diesen Schritt gegangen, ihre Rechenschaftslegung auf eine solch breite Ebene zu legen, auch an anderen Universitäten finden sich solche Initiativen. Aktuell liegen beispielsweise Berichte der Universitäten Graz, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück vor. Es gibt jedoch auch Universitäten, an denen das Engagement zu einer solch ausführlichen Berichterstattung nicht von der Hochschulleitung sondern von Studierenden ausging. So hat beispielsweise eine Lokalgruppe des Netzwerkes Oikos für die Universität Bayreuth einen Nachhaltigkeitsbericht verfasst.

    Orientierung beim Erstellen eines solchen Nachhaltigkeitsberichtes können internationale Standards liefern. So stellt beispielsweise die Global Reporting Initiative Richtlinien zur Verfügung, anhand derer ein Nachhaltigkeitsbericht aufgebaut werden kann.
    Der Nachhaltigkeitsbericht der Universität Bayreuth ist beispielsweise nach diesen GRI-Standards strukturiert.

  • „Nachhaltige Hochschule – Das Konzept der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt“: eine Vorstellung von Andreas Lob-Hüdepohl im Rahmen des Treffens der AG Hochschule vom 03.03.11

    Die Idee der „Nachhaltigen Hochschule“ ist an der KU Eichstätt-Ingolstadt kein ganz neuer Gedanke. Bereits im Jahr 1993 unterzeichnete die KU EI die sogenannte Copernicus-Charta, die im Eindruck der Rio Konferenz von 1992 die Rolle der Hochschulen im Kontext nachhaltiger Entwicklung neu definierte. So bekundete die KU EI schon früh ihre Ambitionen zu mehr Nachhaltigkeit. Über Umweltringvorlesungen, die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus Wirtschaft, Kommunen und Verbänden begann sich dieses Anliegen zu konkretisieren. Aus verschiedenen Gründen verlor diese Bewegung mit der Zeit jedoch an Schwung und wurde erst im Jahr 2008 wieder aufgegriffen.

    Quasi zeitgleich mit der Wiederaufnahme des Konzeptes einer nachhaltigen Universität durch Umweltringvorlesungen und den Ideenwettbewerb „Sustainable Campus“ kam auch bundesweit Leben in die Debatte um die Verantwortung der Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung. Anfang 2010 verfassten die UNESCO-Kommission und der Hochschulrektorenkonferenz „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“.

    Die Hochschulleitung selbst definiert in einem Wechselspiel zwischen Bottom-up und Top-down Einflüssen zu betrachten. Sie selbst trägt hierbei lediglich die Verantwortung für die Struktur und den Prozess, nicht aber für das Ergebnis selbst. Konkret lässt sich das beispielsweise an der Ernennung eines Beauftragten für Nachhaltige Entwicklung festmachen. Aufgabe der Hochschulleitung ist es für die institutionelle Einbettung eines solchen Prozesses zu sorgen.

    Nachhaltigkeit selbst sei hier als normatives Konzept verstanden. Eine nachhaltige Universität müsse sich ständig einer kritischen Selbstreflexion unterziehen und hierin ihre Legitimation neu definieren. Gesellschaftliche Verantwortung ist zentral im Selbstverständnis als Nachhaltige Hochschule. In dieser stetigen Selbstreflexion und Legitimation unterliegt die einem steten Gestaltungsprozess. Im Kontext einer so nennbaren „organisierten Anarchie“, die an Universitäten vorherrschend ist, unterliegen Gestaltungsprozesse meist dem zufälligen Engagement einzelner Akteure, was einen hohen Anspruch der Durchsetzbarkeit an die Idee der Nachhaltigen Hochschule stellt.

    Nachhaltigkeit als Leitbild einer Hochschule ist jedoch mehr als ein abstraktes Bild, sondern stellt hohe Ansprüch an alle Bereiche. Hierbei tun sich insbes. drei Handlungsfelder hervor: 1. Forschung, 2. Studium, Lehre und Weiterbildung sowie 3. die institutionelle Umsetzung und Infrastruktur.
    Kurzfristig gilt es in der Forschung den Bezug des Forschungsschwerpunktes „Nachhaltigkeit“ sichtbar zu machen. Im weiteren kann diese Forschung durch die Veranstaltung von Tagungen und Symposia, der Beteiligung an (inter)nationalen Forschungsprojekten und den Ausbau institutionenübergreifender Kooperationen gestärkt werden. Die Verstetigung wird über die Beteiligung an einschlägigen nationalen wie internationalen Netzwerken und Kooperationen angestrebt.
    In Lehre und Studium ist zunächst wichtig, Studierende für das Fach BNE, hier Konkret in Form eines Masterstudienganges, zu begeistern. Auch gilt es, für Studierende anderer Studiengänge die Verfügbarkeit von Wahlmodulen zur Nachhaltigkeit zu erweitern. Umweltringvorlesungen des Studium generale sollen weiterhin zentraler Bestandteil des Campusleben bleiben. Auch in der Lehre ist es wichtig, durch eine stärkere nationale wie internationale Sichtbarkeit eine Verstetigung und Profilierung im Bereich der Nachhaltigkeit zu erlangen.
    Auf Seite der institutionellen Umsetzung und Infrastruktur heißt dies auch, die Universität in ihrem Vorbildcharakter zu stärken: Es gilt Abfall zu vermeiden, Energiesparmaßnahmen einzuleiten und Studierende und Mitarbeiter der Universität für das Konzept der Nachhaltigkeit auch im eigenen Wirken zu begeistern. Partizipation aller Universitätsangehörigen bei der Umgestaltung und steten Weiterentwicklung der Universität sind durch institutionelle Verankerung zu bestärken und verstetigen. Auch das verstärkte Sichtbarmachen von Literatur und sonstigen Medien zur Thematik kann zur Sensibilisierung für eine NE einen Beitrag leisten. Langfristig wird eine EMAS-Zertifizierung angestrebt.

    Die Entwicklung einer Universität zu einer Nachhaltigen Universität hat also nicht nur Relevanz im Bereich der Lehre und des Studiums sondern spiegelt sich auf allen Ebenen wieder. Gesellschaftliche Verantwortung ist auch darin zu sehen, dass Universitäten eine Vorbildfunktion zu erfüllen haben. Durch den eigenen, verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen kann so glaubhaft vermittelt werden, dass Hochschulen die Idee der „Nachhaltigen Entwicklung“ ernst meinen.

  • „Hochschule und Nachhaltigkeit – Eine kritische Bestandsaufnahme“ - zu einem Beitrag von Maik Adomßent auf dem Treffen der AG Hochschule am 03.03.11 in Essen

    Mit Blick auf vielversprechende Bekenntnisse und Initiativen zu einer nachhaltigen Entwicklung (NE) in den vergangenen Jahren stellt berechtigterweise die Frage: Was hat sich getan im deutschen Hochschulwesen?

    Maik Adomßent, Mitglied im Institut für Umweltkommunikation an der Leuphana-Universität in Lüneburg, unterzog den Komplex „Hochschule und Nachhaltigkeit“ kritisch einer Bilanz.
    Ausgangspunkt stellte eine mittlerweile fünf Jahre alte Bestandsaufnahme dar. Für damals galt festzuhalten, dass sich nur sehr vereinzelt in der Bildungslandschaft innovative Beispiele in Forschung und Lehre finden ließen. Nach der Unesco-Weltkonferenz „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ vom Frühjahr 2009 und einer gemeinsamen Erklärung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ von der deutschen Unesco-Kommission und der Hochschulrektorenkonferenz bleibt zu fragen, wo diese Impulse Niederschlag im hiesigen Hochschulsystem gefunden haben.

    Maik Adomßent stellte erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vor und leitete über in eine strategische Diskussion über, die sich Problemen und weiterem Vorgehen im Forcieren einer nachhaltigen Entwicklung (NE) im Hochschulsektor widmete.

    Postulierte Leitbilder klingen zwar beim ersten Hören nach viel, aber gilt es Hochschulen hinsichtlich einer NE zu bewerten, sollte man den Blick auf das Wirken in der Praxis lenken. Die Fachhochschule Eberswalde stellt ein gutes Beispiel dar, wie Wort und Tat in Einklang gebracht werden können. Sie benannte sich zur „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ um und übertrug dieses Prinzip auch konsequent auf das eigene Handeln. Tagungen in Berlin und Bremen im vergangenen Jahr zeugen davon, dass das Interesse an nachhaltiger Entwicklung im Hochschulsektor längst kein Nischendasein mehr führt. Auch Studierende werden verstärkt aktiv: so stellte ein Gruppe studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen auf der Berliner Tagung im Dezember einen Forderungskatalog vor. Die Bewerbung der Universität Hamburg bei der Exzellenzinitiative mit dem Zukunftskonzept einer „Nachhaltigen Universität“, die wiederaufgenommenen Aktivitäten der COPERNICUS-Alliance sowie die zunehmende Resonanz des Webblogs „Nachhaltige Wissenschaft“ zeugen von dem Schwung, der in den vergangenen Jahren in die Debatte gekommen ist.
    Konstatieren lässt sich, dass die Entwicklungen im Bereich der Lehre durchaus mit vorsichtigem Optimismus zu beobachten sind. Nachdem die Lehre hier in kleinen Schritte vorangeht, verbleibt jedoch die Frage: Wo spiegelt sich dieser Trend in der Forschung wieder? Nur sehr vereinzelt finden sich hier Ansätze.
    Die Leuphana Universität in Lüneburg gilt wohl als prominentestes Beispiel für hochschulische Forschung im Bereich der Nachhaltigkeit. Weitere Beispiele nachhaltiger Forschung finden sich eher im außeruniversitären Sektor, wie beispielsweise am Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies.

    Als roter Faden durch diese Debatten zieht sich die Frage, welche Rolle der Politik beim Fördern einer NE im Hochschulbereich spielen kann und wie die Akteure selbst politisch Einfluss nehmen können. Forderungskataloge großer Verbände stellen ein effizientes Mittel dar, um der Lobby der Nachhaltigen Wissenschaft den Rücken zu stärken. Akzente zu setzen, ist jedoch auch über Forschungsanträge, die ein entsprechendes Thema forcieren, möglich.
    Zwar mag auch der HRK politischer Einfluss attestiert werden, allerdings schien das Postulat „Hochschulen und Nachhaltigkeit“, in dem ein eindeutiges Bekenntnis zur Nachhaltigen Entwicklung zu erkennen war, im universitären Alltag kaum tiefgreifende Spuren zu hinterlassen; geschweige denn, dass es in der politischen Debatte Beachtung fand. Dies mag auch daran liegen, dass in Politik und Verwaltung oft ein eher abstraktes Bild von Qualität in der Forschung vorhanden ist. Was NE an Hochschulen in der Praxis zu bedeuten hat, ist für viele ein unbestimmter Begriff. Die Tatsache, dass Nachhaltigkeit nach wie vor als separate Zusatzqualifikation betrachtet wird, wirkt dem nicht entgegen. Der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung könne nicht in verpflichtenden Zusatzvorlesungen für alle liegen, sondern müsse integraler Bestandteil eines jeden Studienganges werden. Forderungen nach einer jeweiligen Wissenschaftsethik stellen einen ersten Schritt dar. Auch in technischen Fächer ist eine selbstkritische Reflexion wichtiger denn je.

    Das Aus in der Exzellenzinitiative kann für viele Universitäten auch Anstoß zur grundlegenden Neukonzeption darstellen. Universitäten, die aus dem Rennen sind, müssen ihre Rolle neu definieren. Eine Profilierung im Bereich der Nachhaltigkeit bietet eine gute Chance.

    Abschließend lässt sich festhalten, dass für das Etablieren von NE nach wie vor eine Vielzahl der Akteure in der Pflicht ist. Es gilt, politisch Druck zu machen über Forderungskataloge. Auch die anstehenden Landtagswahlen sowie darauf folgenden Koalitionsverhandlungen stellen eine gute Bühne dar, um den Fuß in die Tür zu setzen. Hoffnung bleibt auch hinsichtlich kleiner und mittlerer Hochschulen, die ohne die Möglichkeit auf den Titel eine Eliteuni neue Profilierungsmöglichkeiten suchen.
    Fakt ist, dass Qualifizierungsangebot im Bereich der Nachhaltigkeit nur eine vorübergehende Lösung sind. Ziel sollte es sein, Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit als unumgängliche, integrale Komponenten in jedem Studiengang zu verankern.

  • Abschlusstagung des Projektes BINK – Bildungsinstitutionen und nachhaltiger Konsum am 01.04.2011 in Lüneburg

    Wie können Bildungseinrichtungen zu Orten werden, die jungen Menschen eine kritische Reflexion ihres eigenen Konsumverhaltens ermöglichen und gleichzeitig Alternativen eines nachhaltigen Konsums aufzeigen?

    Dieser Frage stellten sich im Rahmen des Projektes BINK (BIldungsinstitutionen und Nachhhaltiger Konsum) WissenschaftlerInnen und BildungspraktikerInnen. Die Ergebnisse des Projektes sowie Ansätze konkreten Handelns sollen ausgehend von der Abschlusstagung nun auch Wege die (hoch)schulische Praxis finden.

    Akteure aus der Praxis, Lehrkräfte und Entscheidungsträger aus Schul- und Hochschulverwaltung sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen auf der Tagung praxisnahe Ergebnisse und zukünftige Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Eine Messe regionaler Möglichkeiten: Nachhaltige Ernährung soll gleichzeitig die Möglichkeit bieten, direkt mit regionalen Anbietern aus dem Naturkostbereich in Kontakt zu kommen.

    Weitere Informationen über das Projekt sowie das aktuelle Programm der Tagung finden Sie hier.

  • Workshop "Vorausschauen. Neue Leitbilder für die Hochschulen" der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen am 12.03.2011 in Berlin

    Am 12.03.2011 diskutierten auf einem ganztägigen Workshop "Vorausschauen. Neue Leitbilder für die Hochschulen" rund 60 Teilnehmer -darunter zahlreiche Vertreter(innen) deutscher Hochschulleitungen- im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages die Chancen und Risiken des laufenden Ausdifferenzierungsprozesses. Zentrale Fragen der Veranstaltung waren: Welche Aufgaben sollen die Hochschulen für die Gesellschaft und das Wissenschaftssystem, für Wirtschaft und Region, aber auch für die Hochschulangehörigen selbst erfüllen? Ist ein harmonischer Ausgleich zwischen Spitzenforschung und Breitenausbildung möglich? Welche Aufgaben fallen der Politik beim Ausdifferenzierungsprozess zu?

    Veranstaltet wurde die Tagung von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Neben den wissenschafts- und hochschulpolitischen Vertretern der Bundestagsfraktion waren fast alle hochschul- und wissenschaftspolitischen Sprecher(innen) der grünen Landtagsfraktionen anwesend.

    Grundlage der Diskussionen bildeten dabei u.a. das aktuelle Gutachten des Wissenschaftsrates zur Differenzierung der Deutschen Hochschulen (Vortrag von Dr. Sabine Behrenbeck vom Wissenschaftsrat), die Erfahrungen von Unileitungen mit innovativen Differenzierungsstrategien (u.a. Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke/Uni Duisburg-Essen) sowie die Ergebnisse der ersten Auswertungen der Exzellenzinitiative (u.a. mit Prof. Dr. Stephan Leibfried, Sprecher der Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative).

    Das Leitbild einer nachhaltigen Hochschule spielte in den Diskussionen eine zentrale Rolle und fließt derzeit durchaus auch in die aktuellen Landtags-Wahlkämpfe ein (vgl. z.B. das Wahlprogramm der Grünen in Baden Württemberg, das dem Thema "Nachhaltige Hochschulen - Nachhaltige Wissenschaft - Nachhaltige Lehre" drei Seiten widmet (S. 133 ff.).

    Die Dokumentation der Gesamtveranstaltung findet sich hier.

  • Aufbruchstimmung beim Workshop "Eine neue Forschungsagenda für Nachhaltige Entwicklung"

    Mit dem gestrigen Workshop "Eine neue Forschungsagenda für nachhaltige Entwicklung" in Berlin hat sich ein gesellschaftspolitisches Bündnis für eine nachhaltigkeits-orientierte Forschungspolitik konstituiert. Zu dem Hintergrundworkshop hatten die beiden Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen mit der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) und dem Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) eingeladen. Rund 40 Teilnehmer diskutieren über Anforderungen an eine künftige nachhaltigkeits-orientierte Forschungspolitik und konzentrierten sich dabei insbesondere auf die Felder der Energiepolitik sowie den Bereich Agrarforschung/Bio-Ökonomie. Es wurden Bausteine für ein forschungspolitisches Programm und konkrete Maßnahmen zusammengetragen. Auf dieser Grundlage soll die koordinierte Arbeit der Verbände in dem von Ihnen bisher kaum bearbeiteten Feld der Wissenschafts- und Forschungspolitik fortgesetzt werden.

  • Universität Erfurt setzt auf Nachhaltigkeit in der öffentlichen Darstellung

    Als Ergebnis der langjährigen Bemühungen der studentischen Initiative "AG Nachhaltigkeit Erfurt" um eine Umgestaltung der Universität in Richtung Nachhaltige Entwicklung wird der Schwerpunkt Nachhaltigkeit in Zukunft deutlich in der Öffentlichkeitsarbeit der Universität ausgewiesen.

    http://www.uni-erfurt.de/nachhaltigkeit/

    Neben Aktivitäten wie der Teilnahme am Ökoprofit und der Einrichtung einer Tauschbörse für Austauschstudierende steht das Selbstorganisierte Seminar „Sustainability – Face the Challenge!“ im Mittelpunkt der öffentlichen Darstellung. Bei dem Projekt treten Sudierende als Organisator/-innen ihrer eigenen Lehrveranstaltung auf. Ihr Ziel ist es Studierenden im Rahmen von Mikroprojekten in Erfurt und Umgebung eine praktische Auseinandersetzung mit dem Konzept nachhaltiger Entwicklung zu ermöglichen. Dabei sind ausgeklügelte Organisationsstrukturen, Kreativität und ein hohes Maß an Motivation und Engagement gefragt. Eine Ringvorlesung für die interessierte Öffentlichkeit bildet den einführenden Rahmen. Im Jahr 2010 brachten die Studierenden eine Broschüre zur Lehrveranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit heraus. Lesenswert:

    http://www.uni-erfurt.de/fileadmin/public-docs/Nachhaltigkeit/Unterlagen/Broschuere_StuFu_Nachhaltigkeit_2010_web.pdf

  • Treffen der AG Hochschule in Essen

    Nach der leichten Ernüchterung, die sich im Zuge des Scheitern des Zukunftskonzeptes einer Nachhaltigen Universität als Zukunftskonzept im Rahmen der Vorauswahl der Exzellenzinitiative eingestellt hat, zeigten die Mitglieder der AG Hochschule, die als Arbeitsgruppe der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) fungiert, dass ihnen ein solcher Bremser nichts anhaben kann.

    Vergangenen Donnerstag, 03.03.2011, setzten sich erneut die Vertreter aus Studierendenschaft, Lehrenden sowie außeruniversitärer Akteure zusammen, um das Voranschreiten von BNE im Hochschulbereich kritisch unter die Lupe zu nehmen, gute Beispiele und Herausforderungen in der Praxis zu diskutieren sowie die weitere Projektarbeit zu koordinieren.

    Ulrich Schreiber, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Universität Duisburg-Essen, stellte das BENA-Nachhaltigkeitsprojekt der Uni Duisburg-Essen vor. BENA (BEstandsaufnahme NAchhaltigkeit) hat das Ziel, relevante Akteure sowohl universitätsintern, wie -extern zu identifizieren und durch eine bessere Vernetzung deren Aktivitäten zu fördern und insbesondere nach außen zu kommunizieren.

    Bereits im universitären Gesamtkonzept etabliert hat sich die Idee einer „Nachhaltigen Hochschule“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Andreas Lob-Hüdepohl, Präsident der KU Eichstätt-Ingolstadt berichtete sowohl von der normativen Grundkonzeption als auch von der Konkretisierung eines solchen Vorhabens in der Praxis.

    Maik Adomßent von der Universität Lüneburg hingegen erläuterte eher theoriebasiert, was Nachhaltigkeit an Hochschulen zu bedeuten hat. In einer kritischen Bestandsaufnahme zog er Bilanz über die Entwicklungen und Anstrengungen der vergangenen Jahre, zeigte Impulse der Vergangenheit sowie Perspektiven für die Zukunft auf.

    Die angeschlossene Projektplanungsphase lässt erwarten, dass wir auch in Zukunft von der AG Hochschule hören werden. An dieser Stelle sei schon mal auf eine geplante Informationsbroschüre zum Thema der Nachhaltigen Hochschule sowie auf zwei im Laufe des Jahres anstehende Konferenzen verwiesen: zum einen geht es um die Stärkung studentischen Engagements in Zeiten verkürzter Studiendauer und enger Stundenpläne sowie um eine Tagung in Anlehnung an die Tagungen des vergangenen Jahres; diesmal unter dem Motto: Wir gehen in die Breite!

    Besonderer Dank geht an das Team von BENA, die aus ihrem Gewinn aus dem DM-Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ das Treffen finanziell unterstützten.

  • Startschuss für eine nachhaltige Ausdifferenzierung – ein Kommentar zu den Entscheidungen in der Exzellenzinitiative

    Seit Freitag ist klar, dass die Exzellenzinitiative auch in ihrer zweiten Runde ohne nachhaltigkeitsorientierte Gesamtkonzepte stattfinden wird. Der couragierte und äußerst differenzierte Zukunftskonzept-Entwurf der Universität Hamburg zur „Sustainable University“ hat keine Aufforderung zur Ausarbeitung eines endgültiges Antrages erhalten.

    Damit wurde es verpasst, auch einer gesellschaftsorientierten Wissenschafts-Ausrichtung eine Chance im Rahmen der Exzellenzinitiative zu geben. Diese immer wichtiger werdende Ergänzung im deutschen Wissenschaftssystem muss mithin außerhalb der Exzellenzinitiativenkulisse stattfinden. Auf den ersten Blick ist das ernüchternd, auf den zweiten Blick stecken darin auch Chancen:

    Einmal ist es eine unmittelbare Chance für die mittelgroßen Universitäten, die schon seit einiger Zeit auf ein Nachhaltigkeitsprofil in ihrer strategischen Ausrichtung setzen – vorne weg die Universitäten Lüneburg und Kassel. Ihre besondere Bedeutung für das Wissenschaftssystem wird durch die Entscheidungen vom Freitag wachsen. Durch eine intelligente Vernetzung ihrer Aktivitäten können sie ihre wissenschaftspolitische Wirkung noch stärken.

    Es ist aber auch eine Chance für eine Reihe von Universitäten, die seit Freitag wissen, dass sie sich ab jetzt nicht mehr auf die Exzellenzinitiative konzentrieren müssen. Universitäten wie Duisburg-Essen, Dortmund, Osnabrück oder Wuppertal haben in den letzten Jahren viele interessante Elemente einer nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaft entwickelt. Für sie könnte die Weiterentwicklung eines gesellschafts- und nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaftsprofils eine interessante Differenzierungschance darstellen.

    Die Entscheidung wirkt aber auch auf der Ebene ganzer Bundesländer zurück:

    Das Land Hessen weiß seit Freitag, dass es auch künftig keine „Eliteuniversität“ beherbergen wird – trotz der eindrucksvollen Exzellenzcluster und Graduiertenkollegs-Leistungen seiner Universitäten Frankfurt, Darmstadt oder Gießen. Dies ist eine Gelegenheit, über die wissenschaftspolitische Positionierung des Landes nachzudenken. Und dabei auch über den Stellenwert von „Gesellschaftsorientierung“ – zumal das Land Hessen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie in den Hochschul-Zielvereinbarungen als erstes Land diese Dimension fest für alle Hochschulen verankert hat und zudem mit der Universität Kassel sowie Instituten wie dem Institut für sozial-ökologische Forschung über Vordenker-Organisationen im Feld verfügt.

    Die neue Landesregierung in Hamburg ist nach den Entscheidungen des Wissenschaftsrates ebenfalls gefordert, ihre künftige Wissenschaftsstrategie zu überdenken. Als Umwelthauptsstadt Europas und vielen Ansatzpunkten für eine nachhaltige Metropole würde es Hamburg gut anstehen, wenn es seine Wissenschaftspotenziale noch stärker für eine entsprechende Positionierung nutzt. Es ist daher zu hoffen, dass die Universität Hamburg ihr wegweisendes Nachhaltigkeitskonzept auch außerhalb der Exzellenzinitiative weiter vorantreibt.

    Nordrhein-Westfalen als größtes Bundesland hat die herausragende Chance, das Zusammenspiel von exzellenter Grundlagenforschung und nachhaltigkeitsorientierter Anwendungsforschung vorzuleben. Neben der RWTH-Aachen sind jetzt mit den Universitäten Köln und Bochum zwei weitere Eliteuniversitätskandidaten im Rennen. Schon heute klappt der Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und problemorientierter Anwendungsforschung in NRW in wichtigen Feldern wie der Energie- und Klimaforschung. Dies ließe sich intensivieren. Die Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) könnte dafür ein Versuchsort mit Vorbildcharakter sein. Hier treffen sich der „Elitekandidat“ Bochum mit den herausragenden inter- und transdisziplinären Potenzialen der Universitäten Duisburg-Essen und Dortmund (vgl. z.B. BMBF Spitzencluster "Effiziencluster LogistikRuhr" oder Profilschwerpunkte wie den Urbanen Systemen in Duisburg-Essen), ergänzt um Leuchtturminstitutionen wie dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen, das mit seinen Arbeiten zur Klimakultur zentrale Akzente in der Umwelt- und Klimadebatte gesetzt hat. Und dies passiert in einem Umfeld mit idealtypischen „Realexperimentcharakter“ – wie z.B. der Innovation City Ruhr, bei der exemplarisch am Beispiel Bottrops eine CO2-Reduktion um 50% in 10 Jahren umgesetzt und als Muster zusammen mit vielen weiteren Ruhrgebietsstädten entwickelt werden soll.

    Es ist zu hoffen, dass die Standorte, die seit Freitag wissen, dass sie Ihre Zukunftsplanung künftig befreit vom Blick auf die Schlange „Exzellenzinitiative“ gestalten können, diese Chance für intelligente Differenzierungsstrategien nutzen.

  • Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde

    Anbei ausgewählte Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde:

    Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep/Präsident der Universität Kassel:
    „Die Universität Kassel zählt sicher zu den Vorreiterhochschulen im Feld interdisziplinärer Umweltwissenschaften. Wir haben unsere entsprechenden Forschungs- und Lehraktivitäten schon früh über Fachgrenzen hinweg gebündelt. Die Kooperation im NaWis-Verbund eröffnet unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun neue Synyergien“

    Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg:
    „Die Leuphana ist mit der Gründung einer eigenen Fakultät für Nachhaltigkeit die erste deutsche Universität, die eine transdisziplinäre Ausrichtung auch konsequent in ihrer organisatorischen Struktur umsetzt. Die Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterinstitutionen im Rahmen des NaWis-Verbundes stärkt unsere Aktivitäten.“

    Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institutes:
    „Die NaWis-Runde ist ein Nukleus, um die Nachhaltigkeitswissenschaften in Deutschland insgesamt weiter auszubauen. Das Netzwerk soll sich in den kommenden Jahren um weitere Schlüsseleinrichtungen in anderen Bundesländern erweitern.“

    Svenja Schulze, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein Westfalen:
    „Nordrhein Westfalen verfügt über hervorragende wissenschaftliche Potenziale, um Beiträge zur Transformation zu einer klimagerechten und nachhaltigen Welt zu leisten. Mit unserer Initiative Fortschritt.NRW wollen wir u.a. zu den dafür notwendigen interdisziplinären Brückenschlägen beitragen. Die NaWis-Runde setzt länderübergreifend auf eine Vernetzung der entsprechenden Vorreitereinrichtungen im Wissenschaftssystem. Das begrüßen wir ausdrücklich.“

  • Zukunftskonzept der Nachhaltigen Universität Hamburg leider nicht zur endgültigen Antragstellung in der Exzellenzinitiative aufgefordert

    Die Universität Hamburg hatte in ihrer Antragsskizze für die 3. Linie der Exzellenzinitiative als erste große deutsche Universität konsequent auf das Konzept einer Nachhaltigen Universität gesetzt. Leider ist die Skizze in der heutigen Auswahlrunde von Wissenschaftsrat und DFG nicht zur endgültigen Antragsstellung aufgefordert worden. Obwohl das Konzept selber von den Gutachtern für visionär gehalten wurde, führte insbesondere Skepsis bzgl. des Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Hamburg insgesamt dem Vernehmen nach zur Ablehnung (vgl. hierzu auch die Pressemeldung der Universität Hamburg sowie die Meldung des Nachhaltigkeitsrates). Es ist zu hoffen, dass die Universität Hamburg sich von dieser Entscheidung nicht entmutigen lässt und die Umsetzung des wegweisenden Konzeptes auch unter den anderen Randbedingungen weiter vorantreibt.



Einführung in das Buch "Transformative Wissenschaft"


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