Berlin hat mit der FU Berlin, der Humboldt-Universität und der Technischen Universität Berlin drei große Universitäten, deren Politik und Management der letzten Jahre insbesondere durch massive Einsparprogramme gekennzeichnet waren – Folge des überschuldeten Landeshaushaltes der Bundeshauptstadt. Proaktive Wissenschaftspolitik fällt dadurch alles andere als leicht, Rivalitäten um knappe Ressourcen sowie Dauerkonflikte mit der Landesregierung, insbesondere dem Finanzsenator prägen dann schnell das Bild eines Wissenschaftsstandortes.
Dabei sind die Universitäten und Hochschulen in hohem Masse potent, mit der FU Berlin war eine der Berliner Universitäten als Eliteuniversität erfolgreich, insgesamt gingen vier Exzellenzcluster und sieben Graduiertenschulen an die Berliner Universitäten.
Gerade für die Wissenschaftseinrichtungen in der Bundeshauptstadt ist das Vorleben einer gesellschaftsoffenen und –orientierten Wissenschaft eine besondere Herausforderung. Im Themenfeld „Nachhaltigkeit“ sind die Voraussetzungen in Berlin dafür durchaus sehr gut. Die Technische Universität Berlin hat die meisten ihrer Forschungsschwerpunkte in Themenfeldern unmittelbarer Nachhaltigkeitsrelevanz (Energie, Wasser, Verkehr/Mobilität, Gestaltung von Lebensräumen, Ernährung/Gesundheit). Mit freien Instituten wie dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem IZT oder Ecologic sitzen wichtige ökologische Vordenkereinrichtungen der freien Institutslandschaft in Berlin, mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Mitglied der Leibnizgemeinschaft) das der führenden Wirtschaftsinstitute mit einer profilierten umweltwirtschaftlichen Abteilung. Einige der Berliner Fachhochschulen wie die FHW oder FHTW waren früh Vorreiter der Ökologie- und Nachhaltigkeitsdebatte und mit privaten Hochschulen wie der Hertie School of Governance verfügt Berlin über weltweit führende Wissenschaftseinrichtungen für die globale politische Steuerung, die zunehmend von Nachhaltigkeitsthemen bestimmt ist.
Die Wissenschaftslandschaft der Bundeshauptstadt bringt mithin alles mit, um eine nationale Politik wissenschaftlich zu unterstützen, die den Anspruch erhebt, international in Nachhaltigkeitsfragen federführend zu sein. Dazu sollte sich die Berliner Wissenschaftspolitik noch aktiver bekennen.
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