Das Weblog „Nachhaltige Wissenschaft“ greift in regelmäßigen Abständen Schwerpunktthemen auf. Im ersten „Schwerpunkt“ geht es um den Stand einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in den 16 deutschen Bundesländern. Die Ausdifferenzierung des deutschen Wissenschaftssystems fordert nicht nur die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen heraus, sich zu positionieren. Auch jede Landesregierung als die zentrale wissenschafts- und hochschulpolitische Instanz steht vor der Frage, mit welcher Form der Wissenschafts- und Hochschulpolitik sie ihr Land fit für das 21. Jahrhundert macht.

Der Aufbau transdisziplinärer Wissenschaftsstrukturen und die Ausrichtung an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen kann dabei eine interessante Option sein, um im Profilwettbewerb der Länder den eigenen Wissenschaftsstandort für zukünftige Studierende und Wissenschaftler(inn)en attraktiv zu halten. „Nachhaltigkeit“ als ein übergeordnetes Wissenschaftsleitbild mit einem hohen Integrationspotenzial bietet hier vielfältige Chancen. Die Ausrichtung am Leitbild einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft hat alle Ingredienzien für eine zukunftsweisende Wissenschaftspolitik: Sie kann bestehende Forschungsspitzen aufgreifen und sie in einen gesellschaftlich relevanten Kontext einbetten, sie stärkt die gesellschaftliche Vermittlung von Wissenschaft, fördert die Integration zwischen Disziplinen und Hochschulen (insbesondere auch von unterschiedlichen Hochschultypen) sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie integriert auf überzeugende Weise Forschung und Lehre. Der Blick auf die 16 Bundesländer zeigt, dass einige für eine solche Strategie hervorragende Voraussetzungen besitzen.

Die folgenden Blog-Beiträge zu den einzelnen Bundesländern sind bewusst kurz und provokant verfasst. Allein die Idee, dass einzelne Bundesländer ihre Wissenschaftspolitik an einzelnen gesellschaftlich relevanten Leitthemen ausrichten, ist an sich schon diskussionswürdig. All dies soll Sie zu Ergänzungen und Kommentierungen anregen.

Neben unmittelbaren Kommentierungen zu den einzelnen Beiträgen („Kommentar schreiben“) sind zu dem Thema ganz herzlich auch Gastbeiträge eingeladen. Wenn Sie einen eigenen Weblog-Beitrag zu Ihrem Bundesland oder der Diskussion insgesamt verfassen möchten, dann wenden Sie sich an die Weblog-Administration, damit Ihnen die entsprechenden Rechte eingerichtet werden. Wir freuen uns besonders über Beiträge mit kontroversen Positionen oder solchen, die neue Blicke auf die Debatte werfen.

Leiten Sie den Link auf die Weblog-Diskussion gerne an andere hochschulpolitisch interessierte Akteure in ihrem Umfeld weiter, um die Diskussion für einen breiten Kreis von Diskutaten zugänglich zu machen.

Hier die Übersicht über die Beiträge zu den einzelnen Bundesländern:
o Baden-Württemberg: „Erdrückt von Exzellenz“
o Bayern: „Wüste jenseits der TU München?“
o Berlin: „Wo bleibt die nachhaltige politische Kraft der Universitäten?“
o Brandenburg: „Advanced Studies als Motor?“
o Bremen: „Hoffnungsvoller Kandidat mit historischem Balast“
o Hamburg: „Potenziale – versunken in Konflikten“
o Hessen: „Ein Ökosystem spannender Davids“
o Mecklenburg-Vorpommern: „Meer- und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld"
o Niedersachsen: „Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration“
o NRW: „Schwergewichte mit nur zarter Vernetzung“
o Rheinland Pfalz: „Perlen in schwierigem hochschulpolitischen Umfeld“
o Saarland: „Voran mit externer Förderung“
o Sachsen:“Flagschiff ohne Kontext“
o Sachsen-Anhalt: „Zu klein für Sustainability?“
o Schleswig Holstein: „Über die Meeresforschung den globalen Wandel verstehen“
o Thüringen: „Energie und Nachhaltigkeit nur im Grenzbereich“