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  • Responsible Research and Innovation als Beteiligung auf Augenhöhe - Bericht zum Workshop der Plattform Forschungswende

    Rund 40 TeilnehmerInnen kamen am 23.06.2015 in die Bundesgeschäftstelle des NABU zu der Veranstaltung "Welche Werte zählen in der europäischen Forschungspolitik? Responsible Research and Innovation – Verantwortungsvolle Forschung und Innovation in der nationalen Förderpolitik". Eingeladen hatte die zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende mit dem Ziel gemeinsam mit VertreterInnen aus Wissenschaftseinrichtungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Projektträgern und dem BMBF zu diskutieren, wie Konzepte von Public Engagement und Responsible Research and Innovation im europäischen und nationalen Forschungskontext verstanden und umgesetzt werden. Die Frage nach einer Mitbestimmung von BürgerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist dabei von einem hohen öffentlichen Interesse, was nicht zuletzt aktuelle Medienberichte zeigen.
     
    Nach einer Begrüßung durch Dr. Eick von Ruschkowski, Fachbereichsleiter NABU Bundesverband, stellte Norbert Steinhaus vom Wissenschaftsladen Bonn in einem ersten kurzen Impulsvortrag zentrale Ideen des Konzeptes "Responsible Research and Innovation" (RRI) vor. Er rekurrierte dabei auf eine Beschreibung von RRI als eine "Vision, wissenschaftliche und Innovationsbemühungen hin zu sozialverträglichen Ergebnissen zu lenken und dabei gesellschaftliche Wertvorstellungen, Bedürfnisse und Erwartungen mit einzubeziehen.” Anschließend gab er einen kurzen Überblick über das Projekt RRI-Tools, in dem konkrete Instrumente zur stärkeren Ausrichtung von Forschung und Innovation auf gesellschaftlich relevante Forschungsergebnisse und -prozesse zusammengetragen werden. Diese sind auf verschiedenen Ebenen gelagert (vgl. Abb.1):
     Steinhaus
    Abb. 1) Prozess- und Ergebnisanforderungen im Rahmen des Projektes RRI-Tools (Steinhaus 2015)
     
    Neben der Diskussion verschiedener politischer Bestrebungen zur Stärkung von RRI stellte Norbert Steinhaus auch konkrete Instrumente vor, mit denen RRI gefördert wird, z.B. der "European Foundations Award for Responsible Research and Innovation". Nicht zuletzt beschrieb er den Diffussionprozess von RRI in Europa, der durch das Projekt-Konsortium aktuell intensiv unterstützt wird, etwa durch die Begleitung von HUBs in allen europäischen Ländern (für Deutschland der Wissenschaftsladen Bonn) und der Aufbau einer Community of Practice von RRI, die wiederum mit den konkreten Empfehlungen aus dem Projektkontext unterstützt werden soll.

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  • Campus und Community – Zertifikatskurs Intersektorales Management

    Die Akademie des Netzwerks "Bildung durch Verantwortung" und die Agentur Mehrwert bieten gemeinsam einen Zertifikatskurs "Campus und Community" an. Der Kurs richtet sich an GestalterInnen aus Hochschule und Zivilgesellschaft, die Prozesse und Kooperationen zur Gesellschaftsorientierung von Wissenschaft an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft managen.
     
    "Intersektorale Kooperationen sind anspruchsvoll und scheitern oft an ungeklärten Erwartungen und unterschiedlichen "Sprachen". Genau für diese Herausforderung wurde der Zertifikatskurs Campus und Community – CuC entwickelt. Für Gestalterinnen und Gestalter aus Hochschule und Zivilgesellschaft. Das Besondere ist die interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden und der Referenten. CuC arbeitet mit innovativen Methoden wie Design Thinking, Muster impliziten Wissens und leitet permanent zu einem Perspektivenwechsel an. Im Zentrum von CuC steht ein eigenes Projekt, das zertifiziert wird." (Ausschreibung Zertifikatskurs)
    Die 4 Module des Kurses sind über ein Jahr angelegt und starten im September 2015. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Nähere Informationen zum Kurs erhalten Sie hier.
  • Hochschulnetzwerk Nachhaltigkeitsberichterstattung gegründet

    Nachhaltigkeitsberichte werden vermehrt von Universitäten genutzt, um sowohl über ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung als auch über die eigene nachhaltige Hochschulentwicklung zu berichten sowie um langfristig ihr institutionelles Nachhaltigkeitsprofil zu schärfen. Sie sind ein geeignetes Mittel, die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu kommunizieren und darzulegen, wie den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung begegnet wird. National wie international zeichnet sich ein Trend ab, der Hochschulen dazu veranlasst, über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten und ihr Angebot bekannt zu machen. In Deutschland sind nunmehr ca. 26 Nachhaltigkeitsberichte von Hochschulen publiziert worden, Tendenz steigend. Diese Nachhaltigkeitsberichte unterscheiden sich hinsichtlich ihres Umfangs, ihrer Qualität, der Struktur und der berichteten Themen. Vor diesem Hintergrund haben sich Akteure der TU Kaiserslautern, der Universität Oldenburg, der Universität Hamburg, der Universität Duisburg-Essen und der Fachhochschule Kiel zusammengetan und ein Netzwerk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung an deutschen Hochschulen gegründet. Das Netzwerk soll den Erfahrungsaustausch stärken, gemeinsame Interessen vertreten sowie den positiven Trend an Hochschulen weiter ausbauen und letztlich die Berichterstattung weiter professionalisieren.

    Die Gründungsmitglieder sind nun auf der Suche nach weiteren InteressentInnen, Mitgliedern und/oder UnterstützerInnen, um den Netzwerkaufbau voranzubringen. Weitere Informationen zu bisher veröffentlichten Hochschul-Nachhaltigkeitsberichten, zum Hintergrund, den Zielen und nächsten Schritten des Netzwerks finden Sie auf der neuen Website.
  • Begleitforschung der geförderten Reallabore in Baden-Württemberg

    Die Reallabor-Forschung in Baden-Württemberg gewinnt zunehmend an Fahrt. Zum 01.01.2015 nahmen an sieben baden-württembergischen Hochschulen Reallabore zur Transformation von Städten, Regionen oder Sektoren ihre Arbeit auf, finanziert durch Mittel des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Anwendungsbereiche und Zielsetzungen der Reallabore sind divers: Sie wollen beispielsweise Produktionsketten in der Textilindustrie transparenter gestalten und damit Impulse zur Veränderung des Konsums geben oder Visionen einer nachhaltigen Mobilität in Städten gemeinsam mit Beteiligten vor Ort entwickeln. Auf einer Auftaktveranstaltung "BaWü-Labs Go" am 30.04.15 in Stuttgart präsentierten die Reallabore erstmals ihre Vorhaben einer breiteren Öffentlichkeit. Bereits auf dieser Veranstaltung zeigte sich eine breite Beteiligung wissenschaftsexterner ProjektpartnerInnen – ihre Einbindung ist ein Ziel der Reallabor-Forschung.
    Wie setzen die Reallabore dieses und ihre weiteren Ziele um? Was können sie voneinander oder von ähnlichen Forschungsvorhaben lernen? Und welche Erkenntnisse hinsichtlich des methodischen Vorgehens oder der konkreten Projektumsetzung sind für andere Forschungssettings interessant? Diesen Fragen widmet sich die Begleitforschung, die die Reallabore über die Projektlaufzeit bis Ende 2017 unterstützen wird.
     
    Die Begleitforschung besteht aus zwei Teilprojekten. Die beiden Projektteams wirken – in engem Austausch mit den Reallaboren - auf zwei miteinander verschränkte Zielsetzungen hin:
     
    (1) Begleitende Unterstützung und Vernetzung der Reallabore mit Blick auf die Prozessgestaltung, die Erarbeitung übergreifender Ergebnisse sowie die nationale und internationale Vernetzung der Reallabore.
    (2) Gewinnen von Einsichten über die Prozesse in den Reallaboren, vor allem hinsichtlich Methoden, Qualitätsmerkmalen und transdisziplinärer Wissensintegration.
     
    Das Team "Forschung in Reallaboren begleiten, systematisieren und transferieren (ForReal)" (Kooperation aus Leuphana Universität Lüneburg / Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt / Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie) möchte:
    • die BaWü-Labs durch Bereitstellung strukturierter und praxisorientierter Grundlagen zur "Reallaborforschung", gezielte Inputs und interner/externer Vernetzung unterstützen,
    • die eingesetzten Methoden in den Reallaboren zur Verwirklichung der konzeptionellen Reallabor-Ideen ermitteln, beschreiben und strukturieren,
    • übergreifende Qualitätsmerkmale von Reallaboren als Trans- formationsvorhaben identifizieren,
    • zur Übertragbarkeit von Prozessen und Ergebnissen sowie in der nationalen und internationalen Vernetzung zum Austausch von Good Practices beitragen.
    Das Team "Reallabore vernetzen, verstehen und verstetigen" (Universität Basel) möchte
    • inter- und transdisziplinäre Prozesse in den BaWü-Labs unterstützen,
    • dazu beitragen, dass das übergreifende Erfahrungswissen der BaWü-Labs zu verallgemeinerbaren Aussagen führt, sowie
    • einen moderierten Rahmen bieten für Austausch, gemeinsames Lernen, Vergemeinschaftung und Generalisierung der Erfahrungen und Einsichten.

    Bearbeitet werden dabei von dem Projektteam in Basel Themen, die alle BaWü-Labs interessieren können:

    • Verstetigung: Kontextspezifische Stärkung der einzelnen BaWü-Labs
    • Methodologie: Hinweise zur Gestaltung der Prozesse in Reallaboren
    • Förderung: Wissenschaftspolitische Empfehlungen für Reallabore
    • Epistemologie: Erkenntnisse zu "Co-Design" und "Co-Production" von Wissen
    • Bildung: Stärkung BaWü-Labs als Lernorte einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung
    Beide Teams der Begleitforschung bauen auf einem reichhaltigen Erfahrungsschatz über Forschungs- und Vernetzungsprozesse in transdisziplinären Projekten mit Beteiligung wissenschaftsexterner Akteure auf. Über die Arbeit der Reallabore und deren Begleitforschung wird in Zukunft auf den Seiten des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums sowie auf dem Blog Nachhaltige Wissenschaft (http://nachhaltigewissenschaft.blog.de/tags/reallabore/) berichtet.
    Einen Flyer zur Begleitforschung finden Sie hier:
    Flyer Begleitforschung%09Reallabore_Final
  • Treffen des bayerischen Netzwerks "Hochschule und Nachhaltigkeit" am 16.07. in Bamberg

    Die Hochschulrektorenkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission haben 2010 die gemeinsame Erklärung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet, die auf die besondere Verantwortung und Vorbildfunktion der Hochschulen verweist, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in der Gesellschaft zu verankern. Die Hochschulen selbst können das Leitbild in Forschung, Lehre und Campusmanagement implementieren. Im Juni 2012 erfolgte mit dem „Commitment to Sustainable Practices of Higher Education Institutions“ ein erneuter, internationaler Aufruf an die Hochschulen, dem einige deutsche Hochschulen bereits gefolgt sind. Bayerische Hochschulen werden jedoch als Akteure für eine nachhaltige Entwicklung, trotz einzelner Aktionen, national und international bisher zu wenig wahrgenommen.

    Vor diesem Hintergrund initiierten Prof. Dr. Ingrid Hemmer (Katholische Universität Eichstätt- Ingolstadt) und Lara Lütke-Spatz (damals Hochschule München) im Jahr 2012 das Netzwerk Hochschule & Nachhaltigkeit Bayern. Die Initiatorinnen veranstalten einmal pro Semester ein Netzwerktreffen. Das kommende Netzwerktreffen wird unter dem Schwerpunkt "Nachhaltigkeit im Dialog - Lessons to be learned" am 16.07.2015 an der Universität Bamberg statt finden.
    Nähere Informationen zum Netzwerktreffen finden Sie hier.
    Weitere Veranstaltungen finden Sie hier.
  • "Transformative Wissenschaft – Motor für gute Wissenschaft und lebendige Demokratie“ - Uwe Schneidewind antwortet in GAIA auf die Kritik von DFG-Praesident Peter Strohschneider an der Konzeption einer „Transformativen Wissenschaft“

    Im Herbst letzten Jahres hat Peter Strohschneider (2014), Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in einem Aufsatz "Zur Politik der Transformativen Wissenschaft" eine Frontalkritik am Konzept der "Transformativen Wissenschaft" geübt. Sein Vorwurf: Transformative Wissenschaft sei durch die "Entgrenzung" der Sphären von Wissenschaft und Politik ein Programm der De-Politisierung und der Preisgabe wissenschaftlicher Wahrheitssuche. Im Forum der Zeitschrift GAIA 1/2015 hatte Armin Grunwald darauf geantwortet. In der gerade erschienen Ausgabe 2/2015 von GAIA reagiert Uwe Schneidewind auf die Kritik von Peter Strohschneider. 
     
    In seinem Aufsatz macht er deutlich, dass das Konzept der "Transformativen Wissenschaft" keine Gefahr, sondern geradezu eine Belebung für gute Wissenschaft und lebendige Demokratie in einer modernen Wissensgesellschaft sein. Unter Bezug auf das im April 2015 vom Wissenschaftsrat veröffentlichte Positionspapier "Zum wissenschaftspolitischen Diskurs über Große gesellschaftliche Herausforderungen" konkretisiere sich hier eine auch vom Wissenschaftsrat eingeforderte "dritte Mission" von Wissenschaft. Für die weitere Diskussion sei es unerlässlich die sich daraus ergebenden Implikationen differenziert nach unterschiedlichen Wissenschaftsfeldern zu diskutieren.
     
    Der Aufsatz von Uwe Schneidewind kann hier heruntergeladen werden.
  • 2016 GAIA Masters Student Paper Award: Aufruf zum Einreichen von Beiträgen

    Die Zeitschrift GAIA – Ecological Perspectives for Science and Society und die LeuphanaUniversität Lüneburg laden Master-Studierende ein sich an dem 2016 GAIA Masters Student Paper Award zu beteiligen. Studierende können hier Ergbenisse von Forschungsbasierten Seminaren oder ihren Master-Arbeiten in dem Feld transdisziplinärer Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften veröffentlichen. Die eingereichten Beiträge werden von einem internationalen Expertengremium begutachtet und der beste Artikel wird in einer GAIA Ausgabe veröffentlicht. Außerdem erhalten die GewinnerInnen ein Preisgeld in Höhe von 1500€ (gesponsort von der Selbach Umwelt Stiftung), sowie ein Jahresabonnement (inkl. Open Access Zugang) der GAIA.
    Die genaue Ausschreibung des GAIA Masters Student Paper Awards finden Sie hier. Deadline zum Einreichen von Beiträgen ist der 2. November 2015.
  • "Viele Stimmen, kein Kanon. Konzept und Kommunikation der Third Mission von Hochschulen" - Forschungsbericht des Instituts für Hochschulforschung

    Das Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg hat jünst einen Arbeitsbericht zur Berichterstattung über die Third Mission an Hochschulen veröffentlicht. Der Bericht von Justus Henke, Peer Pasternack und Sarah Schmid ist Teil eines BMBF-geförderten Forschungsprojektes "BeMission – Die Third Mission in der Leistungsbewertung von Hochschulen". Er liefert neben konzeptionellen und analytischen Perspektiven zur Idee der Third Mission vor allem eine Bestandsaufnahme, inwiefern bestehende Berichtsaktivitäten und öffentliche Darstellungen der Hochschulen die Third Mission bereits mit einbeziehen, welche Berichtsformate inhaltlich welche Third-Mission-Aktivitäten abdecken und welche Rückschlüsse auf mögliche Indikatoren zum gesellschaftlichen Engagement von Hochschulen gezogen werden können.
    Der komplette Bericht kann hier heruntergeladen werden.
  • Partizipation in der Forschungs- und Innovationsfförderung - Dossier im Geschäftsbericht des Projektträgers Jülich

    Der neu veröffentlichte Geschäftsbericht des Projektträgers Jülich (PtJ) behandelt das Thema der zivilgesellschaftlichen Partizipation in der Forschungs- und Innovationsförderung im Rahmen eines eigenen Dossiers. Da es seitens der Auftraggeber eine zunehmende Nachfrage nach Forschung zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen gibt und die zivilgesellschaftliche Partizipation in der Wissenschaft auch im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung verankert ist, sieht der Projektträger Jülich das "Thema Partizipation als strategische Chance. Für unsere Auftraggeber schaffen wir ein strukturiertes Angebot, das die Zivilgesellschaft entlang des gesamten Prozesses der Forschungs- und Innovationsförderung mit ins Boot holt." (Geschäftsbericht 2015, S. 5).
    In verschiedenen Artikeln des Geschäftsberichtes wird auf einige grundlegende Fragestellungen zu Partizipation in der Wissenschaft eingegangen (Interview mit Markus Weißkopf, Wissenschaft im Dialog, S. 25), sowie die Partizipations-Konzepte des Projektträgers vorgestellt, u.a. im Agendaprozess zum BMBF-Rahmenprogramm FONA3 (S. 26ff.) oder der Kommunalrichtlinie zum Klimaschutz des BMUB (S. 30ff.). Der Geschäftsbericht kann hier heruntergeladen werden.
  • Veranstaltungsbericht Buchvorstellung „Freie Bürger - Freie Forschung – Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm“ von und mit Peter Finke u.a.

    Am 08.06. fand im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator die öffentliche Buchvorstellung des neuen Citizen Science Bands von Peter Finke "Freie Bürger-Freie Forschung – Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm" (erschienen am 04.06. im oekom Verlag) statt. Veranstalter waren die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.), das Wuppertal Institut, der BUND, der NABU, die Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende, der oekom Verlag und das Netzwerk Wachstumswende. Rund 70 BesucherInnen aus Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft nahmen an der Buchvorstellung teil und repräsentierten damit den Facettenreichtum der Bürgerwissenschaft, die sich auch in dem Sammelband entfaltet.

    Nach einer Eröffnung durch Uwe Schneidewind gab Peter Finke Einblicke in die rund 30 Kapitel des Buches und liess die sieben anwesenden Ko-AutorInnen ihre jeweiligen Beiträge vorstellen. Die einzelnen Artikel reichen von einer Darstellung der Citizen Science in einzelnen Bereichen (z.B. dem Artenschutz oder der Oral History) über wissenschaftstheoretische Perspektiven zur Legitimation der Bürgerwissenschaft als wichtiges Element gelebter Demokratie bis hin zu biographischen Erzählungen über die Auseinandersetzung mit dem "Mainstream der Wissenschaft". In der sich anschließenden Diskussion zeigten sich vor allem auch die Kontroversen, die mit dem Leitbild der Bürgerwissenschaft verknüpft sind. Kritisiert wurde u.a. eine unscharfe Trennlinie zwischen Bürgerwissenschaft und konventioneller Wissenschaft, da diese eine Grenze zwischen beiden Wissenschaftsformen ziehe anstatt Brücken zu bauen. Weiterhin wurde angemerkt, dass klassische Citizen-Science Projekte in spezifischen Disziplinen sehr viel stärker verbreitet sind als in anderen und die Frage gestellt inwieweit Citizen Science ein Programm für alle Disziplinen sein kann. Eine weitere Ausdifferenzierung nach Disziplin-spezifischen Fragestellungen, die auch gemeinsam mit oder selbstorganisiert durch BürgerInnen bearbeitet werden können, scheint hier in Zukunft nötig. Nicht zuletzt thematisierten die Redner aus dem Publikum, dass ein politisches und gesellschaftliches Programm zur weiteren Diffusion einer besonders kritischen und starken Bürgerwissenschaft weitgehend aussteht und die bisherigen Initiativen (beispielsweise die Plattform "Bürger schaffen Wissen") zu stark den Modus einer einseitigen Kommunikation aus der Wissenschaft in die Gesellschaft darstellten. Der eigentlich emanzipative Charakter einer nicht institutionell angebundenen und durch engagierte Laien vorangetriebenen Forschungspraxis steht erst am Anfang.

     

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